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Transparenz und Vertrauen

Die Galerie Paffrath an der noblen Düsseldorfer Königsallee gehört zu den ältesten Familienunternehmen in der Kunstbranche. Nach 140 Jahren bricht der jetzige Eigentümer Hans Paffrath vom 19. Jahrhundert in die Gegenwart auf: Mit der Einführung von PAFFRATH CONTEMPORARY Anfang 2015 erweitert die Galerie erstmals ihr Programm in Richtung Zeitgenossen. artmagazine.cc: Herr Paffrath, Sie sind in der fünften Generation Kunsthändler in Düsseldorf. Stand von vornherein fest, dass sie einmal das Familiengeschäft übernehmen würden, oder wollten Sie früher Feuerwehrmann werden? Hans Paffrath: Als Kind wollte ich Perlentaucher werden und irgendwie ist es dann ja auch so gekommen - wenn auch ohne Wasser. Das Kunstgeschäft hat sich gerade in den letzten zehn Jahren extrem gewandelt und der Wandel scheint immer schneller und immer tiefgreifender zu werden. Wie reagieren Sie darauf? Wir erleben tatsächlich einen tiefgreifenden Wandel fast aller Geschäftsmodelle. Nichts ist mehr wie früher. Unsere Antwort auf diesen Wandel ist das neue Geschäftsmodell AAA, das wir 2015 implementiert haben und auf unserer Internetseite erklären. Kurz gesagt, basiert dieses im deutschen und internationalen Kunsthandel einmalige Geschäftsmodell auf totaler Transparenz und Vertrauen. Transparenz bedeutet Durchsichtigkeit der Provisionen und offengelegte Preise. Unsere Preisschilder sind für jedermann sichtbar: In der Galerie auf der KÖ 46 oder auf unserer Internetseite. Das schafft Vertrauen. Gibt es heute überhaupt noch einen Markt für Kunst des 19. Jahrhunderts? Ja, dieser Markt ist stärker denn je. Aber nur soweit es sich um Spitzenwerke des 19. Jahrhunderts handelt. Unsere Kundenliste für einige Malernamen des 19. Jahrhunderts wie Preyer, Achenbach, Schadow oder Mönsted ist deutlich größer als das gesamte Angebot im internationalen Markt. Abschreckende Beispiele gibt es viele. Können Experten für alte Kunst Zeitgenossen überhaupt verstehen? Gute Frage. Wir testen das gerade. Die Marktmechanismen sind ähnlich, die Kultur ist allerdings eine ganz andere. Beim Handel mit alter Kunst ist man idealerweise nicht abhängig von einigen Sammlern und noch weniger von lebenden Künstlern. Ist der klassische Kunsthandel mit Ladengeschäft in Zeiten des Internets, der Art Consultants, privater Dealer und internationaler Auktionshäuser ein Auslaufmodell? Das glaube ich nicht. Aber es wird im Kunsthandel weitere Schließungen geben, wenn kein klarer Markenkern oder ein intelligentes Geschäftsmodell zu erkennen sind. Andererseits sehe ich große Chancen für Galerien, die ein klassisches Ladengeschäft betreiben und das leisten, was andere Marktteilnehmer nicht leisten können: Individuelle Beratung mit Sachverstand und einen hohen Servicestandard. Das Internet eignet sich für kleinere Marktsegmente im Kunstmarkt wie Druckgraphik oder Memorabilia. Soweit wir das beurteilen können, ziehen die Sammler bei größeren Käufen das Face-to-Face-Geschäft dem Internet vor. Als Informationsmedium ist das Internet allerdings unschlagbar. Sie versprechen Ihren Kunden, sich im Rahmen Ihrer Initiative mit 20 Prozent Marge zufriedenzugeben. Geht das überhaupt, und wie reagieren Ihre Kollegen darauf? Ja, das geht. Man kann mit 20 Prozent Marge leben. Aber der Umsatz muss entsprechend hoch sein und die Kosten überschaubar. -- Galerie Paffrath Königsallee 46, 40212 Düsseldorf Tel: +49 211 32 64 05 info@galerie-paffrath.de www.galerie-paffrath.de

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