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Mona Lisa

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Im Palazzo Reale in Mailand feiern sie gerade Leonardo. Der notorische Tüftler ist dort zwar nicht unbedingt mit Hauptwerken vertreten, aber immerhin durch die Bank mit Originalen. Das ist in Zeiten, da jedes Heimatmuseum irgendwann eine vincianische Präsentation beheimatet, bei der Holzmodelle und Faksimiles in mythisierendes, vermeintliche Kostbarkeiten durch gedimmte Lux-Zahl schützendes Halbdunkel getaucht sind, schon allerhand. Die Zimelie schlechthin, Mona Lisa, die Gioconda, die Grazile mit der hintersinnigen Heiterkeit ist nicht dabei. Liefern wir sie hiermit nach und dazu eine kleine Hommage in Gestalt einiger bewundernder, persiflierender, das Kanonische in der bilderstürmerischen Geste um so beflissener nachvollziehender Adaptionen.
Abbildung 01: Sie selbst, entstanden kurz nach 1500, mysteriös, eher ein Idealbild als ein Porträt, jahrhundertelang nicht unbedingt als Hauptwerk gehandelt. Eine Sensation wurde sie erst, als sie aus dem Louvre geklaut wurde, 1911, von einem italienischen Nationalisten, der sie daheim haben wollte. Damit wurde sie zur Mona Lisa, ein Spektakel-, ein Skandalbild, politisch aufgeladen, ein Boulevardstück, ganz nach dem Mechanismus, wie auch heute Kunst in die Bildzeitung kommt.
Abbildung 02: Kasimir Malewitsch, 1914. Die Einpassung der Schönen in ein Programmbild des Suprematismus, eine Collage, die das Vor-Bild zum ersten Mal per Reproduktion würdigt, als die es nun ankämpft gegen die Modernitäten von Abstraktion und Schriftzug, um dabei selber Produkt moderner Technik zu sein.
Abbildung 03: Duchamp, 1919. L.H.O.O.Q. Hat der Meister dazugeschrieben, was sich ins französische Idiom übersetzt als „Elle a chaud au cul“ liest, so etwas wie „Sie hat es warm am Arsch“. Ein Bärtchen gehört auch zur Übersetzungsleistung, das Idiom ist nun, sehr avant la lettre, Gender.
Abbildung 04: Duchamp, 1965. Die Version mit dem Bart und den Großbuchstaben war längst selbst kanonisch geworden, und so hat der Erfinder des Ready-made die Eingriffe rückgängig gemacht. Mona Lisa rasiert, die Reproduktion ihrer selbst, als die die Moderne sie immer schon begriff.
Abbildung 05: Fernand Léger, 1930. La Joconde aux clés, Mona Lisa mit den Schlüsseln. Der Clou besteht darin, dass die Gioconda Züge Duchamps trägt, in wunderbarer Vervielfältigung des Prinzips Hommage. Ich habe diese Beobachtung noch nirgends gelesen, sie ist sozusagen meine eigene, und damit die Leserschaft sie nachvollziehen kann, hier als
Abbildung 06: Ein Vergleichsfoto von Duchamp.
Abbildung 07: Warhol, 1963. Wieder geht es um Hommage und Reproduktion, es geht ums Image. Warhol, der Fanatiker des Buchstäblichnehmens, war stets darauf erpicht, das Viele, das eine Reproduktion ausmacht, auch als vieles vorzuführen. Deswegen die Mona Lisa im Dutzend billiger, als Paradeformel der Pop Art.
Abbildung 08: Jean-Michel Basquiat, 1983. Noch eine Hommage in der Hommage. Nur ein wenig graffitigemäß verunstaltet, dafür mit Namenszug: Mona Lisa ist Mary Boone geworden, die New Yorker Promi-Galeristin der frühen Achtziger. Das Spektakel dreht eine neue Runde, unsere Gegenwart ist eingeläutet.

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