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Interview mit Ali Güreli - Contemporary Istanbul: Die Messe als Meeting Point für Nahost und Europa

Interview mit Ali Güreli, Eigentümer und Chairman der Contemporary Istanbul Frage: Ihr Brotjob ist in der Hotelbranche. Was hat Sie dazu bewegt eine Kunstmesse zu gründen? Ali Güreli: Als ich die Uni beendet hatte, bin ich nach Paris gegangen, um dort meinen Master zu machen. Nach zwei oder drei Monaten entschied ich, nicht weiterzumachen, weil ich viele Freunde in der Kunstszene gewonnen hatte. Das war 1981/82, als Paris noch sehr aktiv wahr, so wie die Stadt das heute wieder ist. Als ich in die Türkei zurückkam, begann ich Kunst zu sammeln. 2001 merkte ich, dass es einen großen Bedarf nach einer Kunstmesse gab, weil Istanbul die Welt braucht und die Welt Istanbul. Kust ist ein Meeting Point und der fehlte in Istanbul. Frage: Sie investieren offensichtlich viel Zeit und Geld in Contemporary Istanbul. Ihre Wettbewerber sind zum Teil Stiftungen oder Prestigeveranstaltungen großer Messegesellschaften, die mit der Kunst keinen Geinn machen müssen. Haben Sie die Hoffnung, mit CI jemals Geld zu verdienen? Ali Güreli: Es braucht Zeit, um eine Kunstmesse sichtbar zu machen. Das hat uns fünf oder sechs Jahre gekostet. Die ersten fünf Jahre haben wir investiert, die Mittel kamen von meinen anderen Aktivitäten, darunter die Hotel- und Immobilienbranche. Mittlerweile gehen drei Viertel meiner Arbeitszeit in die Kunstmesse. Ich treffe dabei viele Menschen und Geschäftsleute rund um die Welt. Man kann das also auch als joint marketing betrachten. Ja, natürlich wollen wir Geld verdienen. Dieses und letztes Jahr waren wir profitabel, so dass wir reinvestieren können. So gesehen sind wir eine non profit -Organisation, weil wir die Gewinne nie in ein anderes Geschäft investieren werden. Frage: Sie betonen in Ihren Statements immer wieder die internationale Ausrichtung der Messe. Der Eindruck vor Ort ist jedoch ein anderer. Ali Güreli: Verglichen mit letztem Jahr haben wir mehr internationale Galerien, 53 von 90 kommen aus dem Ausland. Von den 42 lokalen Galerien nehmen 15 an internationalen Messen teil. Sie sind in diesem Sinne keine lokalen, sondern internationale Galerien. Im Sinn besserer Qualität haben wir allerdings zwei Ziele: Wir wollen die Qualität der Kunst über bessere Galerien erhöhen, und wir brauchen hunderte internationaler Sammler. Dieses Jahr haben wir 400 bis 500 eingeladen, von denen 167 aus 14 Ländern gekommen sind. Sie stammen hauptsächlich aus Europa, jeweils einige aus den USA, dem Mittleren Osten Russland. Nächstes Jahr wird sich diese Zahl verdoppeln. Frage: Das internationale Teilnehmerfeld ist eher schwach besetzt. Wie wollen Sie Istanbul auf dem internationalen Markt etablieren? Ali Güreli: Der Kunstmarkt hier entwickelt sch langsam. Wir glauben nicht, dass wir zu viele internationale Top-Galerien unterstützen können. Zur Zeit geht das noch nicht, aber in der Zukunft. Wir könnten ohne weiteres zehn Top-Galerien einladen und ihnen freie Stände anbieten, und sie würden kommen. Aber am Ende der Messe, wenn sie nicht zufriedenstellend verkaufen und unglücklich werden, laufen wir Gefahr, unsere Zukunft zu gefährden, indem weil sie zu früh hier hatten. Wir dürfen also nichts forcieren. Am Ende dieser Messe werden wir verkünden können, dass die Verkäufe zufriedenstellend waren. Wir wollen die Messe als erfolgreiche Verkaufsveranstaltung positionieren und wir wollen diese Fähigkeit behalten. Nächstes Jahr werden wir auf alle Fälle neue Galerien einladen. Wir haben ein neues Komitee, wir haben neue Mitglieder aus allen Teilen der Welt: Michael Schultz (Berlin), Martia Levi (Marlborugh Gallery New York), Al Serkal (Al Serkal Art District, Dubai) und die Art Advisorin des Scheichs on Abu Dhabi, Shobha Shamdsani (ab 1.1.2014). Wir werden also einen gesünderen Auswahlprozess haben und ungefähr 15 internationale Galerien zusätzlich haben. Die Frage ist doch: Warum kommt man nach Istanbul? Um Anish Kappor zu sehen oder Roy Lichtenstein? Man kommt nach Istanbul, um tükische Kunst zu sehen und Kunst aus der Regon. Frage: Ihr ehemaliger Direktor ist zur lokalen Konkurrenz gewechselt, die in diesem Jahr erstmals stattfand. Die Artinternational nimmt für sich in Anspruch, die internationalere Veranstaltung zu sein. Wie empfinden Sie das Auftauchen eines Rivalen? Ali Güreli: Der Wettbewerb ist gesund. Wenn das Ergebnis unseres Engagements neue Events, mehr Besucher, neue Sammler und neue Galerien bedeutet, dann ist das gut für uns. Das zeigt uns auch, dass nach sieben Jahren des Aufbaus eines lokalen Kunstmarktes und dem Bestrebens, Istanbul der Welt zu öffnen, dass wir Erfolg haben, wenn diese andere Messe an unserem Erfolg teilhat.
Interview mit Ali Güreli - Contemporary Istanbul
07 - 10.11.2013

Contemporary Istanbul
34267 Istanbul,
Tel: +90 212 244 7171 (117), Fax: +90 212 244 7181
Email: info@contemporaryistanbul.com


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