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Der längst Dienende und seine Ministerin

Es beginnt schon mit „dienend“. Welcher Museumsdirektor dient schon. Wem sollte er auch dienen? Seinem Arbeitsplatz? Seinen KünstlerInnen? – also gut, betreffend Peter Noever stimmt letzteres sicherlich. Und wie schon oft von mir behauptet – er war ein sehr guter Direktor für zeitgenössische Kunst, leider halt längst dienend im falschen Museum. Das hat aber die beiden letzten Ministerinnen nicht wirklich gestört. Die Vertragsverlängerungen beweisen es ja. Und dem Kultursprecher Zinggl mit seinem Pilzsyndrom waren die – sicher nicht gerade kulturellen – Muttertagsfeiern die wichtigste Antinoevermunition. Was natürlich auch die Kreischmedien sofort auf den Dreschplan rief. Der Rücktritt Noevers rang dann aber Herrn Zinggl sofort eine Respektsbezeugung ab. Da wird ihn sein Spiegelbild am darauf folgenden Morgen sicher zufrieden angelacht haben. Ja – unsere Frau Ministerin war natürlich auch gleich „persönlich enttäuscht“. Nur der Rücktritt war für sie „nicht erwartbar“. Was sollen MinisterInnen auch schon mit einem quasi fremdwortlichen „selbst gewählten Rücktritt“ anfangen. Eben. Die vergangenen gemeinsamen (sinnvollen?) Reisen nach Los Angeles werden die Frau Ministerin hoffentlich nicht mehr allzu sehr belasten. Schnee von gestern sozusagen. Interessant ist nicht einmal mehr, ob wir Steuerzahler diese Unnötigkeit über das Museum bezahlt haben oder über das Ministerium. Hauptsache ist doch, dass die Frau Ministerin noch im Noeverzimmer weiter residieren wird, dass sie „die Dinge sehr gut auseinander halten kann“. Sonst müssten wir auch noch eine neue Redesignierung für ihren Arbeitsplatz finanzieren. Aber das ist auch nur aufgeschoben. Die nächste Ministerin/der nächste Minister wird die Zimmerausstattung sicher wieder um viel Geld ändern lassen.

Ihre Meinung

1 Posting in diesem Forum
Schau, Schau!
Nella | 08.03.2011 10:30 | antworten
Ihr Bedauern, Herr Lang, teile ich, wenn auch nur (Feste für die Mama, gehören in der Hermesvilla gefeiert oder zu Hause!) unter dem Aspekt, dass unser Land der kleingeisterhaften Politik-akteure - der Nimbus weitsichtiger, visionärer Politiker passt leider auf keine/n - nichts besseres verdient als IMMER WIEDER den "Abgang" oder "Weggang" der Besten. Auf welchem Niveau gesellschaftskritische Diskurse gar nicht geführt werden, zeigt zum Beispiel der medial verbrämte Disput um D. Heinzl´s angebliche oder tatsächliche Äusserungen zur fehlenden Organisation am Opernball-Red-Carpet. Abgesehen davon und nebenbei erwähnt, dass der ORF-Stiftungsrat sowieso eine anachronistische, da politisch beschickte Einrichtung darstellt, stellt sich einem geschulten Beobachter unausweichlich die Frage, ob die Beschimpfung H´s als "Nestbeschmutzer" etwa nur Ausdruck der kalteneggerischen Riege ist, mit dem Umstand fertig zu werden, dass diesen Herren ein Interview mit "Ruby" leider nicht vergönnt war? Soviel zum möglichen Ausdruck unbewußter Sehnsüchte. Die Absichten unserer politischen Repräsentanten bleiben meist dunkel, doch ihre Taten ..... Schau, schau!

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