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Susanne Schuda - In Passing 3: Letztendlich bin ich Poet, und zumeist bekomme ich was ich will.: Schizophrenie des Alltags

Dislozierte Körper im 2-D Format, Ton- und Textfragmente im und aus dem Raum schleichen sich in die Interimzone der k/haus Passagegalerie ein, ein Ort, an dem Susanne Schuda mit unterschiedlichen Medien alltägliche Rituale in sprachliche Absurditäten verwandelt, wenn es etwa heißt: „Ich schwöre auf geschärfte Stahlseile, damit kannst du dir alles abtrennen, du kannst das Fleisch von den Knochen ziehen.“ Die hier inhärente Aggression speist sich aus zwischenmenschlichen Befindlichkeitsebenen, die Schuda in einem Sprachszenario verhandelt, in dem die 2-D Figuren ähnlich wie in ihrer interaktiven Animationsreihe „Die Schudas“ wiederkehren. Diesmal sind es jedoch statische Bilder an der Wand sowie eine Figur, die ähnlich wie eine Puppe im Raum hängt und in Nähe des Monitors mit Blick nach Außen verharrt. Als Störung der Wirklichkeit thematisiert Schuda Modelle der Realität sowie psychosoziale Momente des Alltags, die durch die Bewegung der Bilder und die flachen Figuren hervortreten und die Brüchigkeit des Selbst evozieren. Schudas Videos und fotografischen Arbeiten gemein ist die Verwendung einer computergenerierten Herangehensweise, die den Blick auf tiefgreifende Realitätsmomente schärft, die von Sehnsucht, Angst und Verzweiflung geprägt sind. Der Verweis auf selbstbezogene Lebensentwürfe wird in den einzelnen Szenen spürbar und als collagenartige Hülle in den fiktiven/medialen Raum eingebunden. Gesellschaftliche Beziehungsmuster dienen als Grundlage der Texte, die Schuda von einer männlichen Stimme sprechen lässt und automatisch in den Außenraum führt. Dadurch stellt die Künstlerin ihre Arbeiten in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Alltag und den vorbeiziehenden kakophonischen Sprach- und Denkmustern, die in Wechselwirkung mit den künstlerisch verhandelten Themen treten. Kuratorin Ursula Maria Probst verweist an dieser Stelle auf „affektive Körper“, die emotionsbedingt reagieren und in der Öffentlichkeit eine Maskerade des Selbst vorführen, dessen mentaler Zustand einem physischen Fremdkörper innewohnt und durch die Flächigkeit der Figuren zutage tritt.
Susanne Schuda - In Passing 3: Letztendlich bin ich Poet, und zumeist bekomme ich was ich will.
28.11 - 14.12.2008

Künstlerhaus Passagegalerie
1010 Wien, Karlsplatz 5
Tel: +43 1 587 96 63, Fax: +43 1 587 87 36
Email: office@k-haus.at
http://www.kuenstlerhaus.at
Öffnungszeiten: Di-So 10-18, Do 10-21 h


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