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Am Puls der Zeit

Während in Wien die Anzahl der Ausstellungsräume zu schrumpfen droht, erfreut sich Graz eines weiteren, im neuen Erscheinungsbild auftretenden Kunstraumes, der auf eine bereits zehn Jahre andauernde Geschichte zurückblicken kann. Der Kunstverein <rotor> eröffnet Ende November in der Grazer Volksgartenstraße mit dem drei Jahre andauernden Projekt Land of Human Rights einen neuen Ausstellungsraum, der im Rahmen des steirischen Herbsts mit einer Posteraktion im öffentlichen Raum startet. Während 2004 durch Finanzkürzungen des Bundeskanzleramtes eine kontinuierliche Ausstellungstätigkeit nicht mehr gewährleistet war, kehrt <rotor> im Jahr 2007 durch eine Förderung des EU Kulturprogramms 2007-2013 (nach erreichtem 6. Platz von 77 ausgewählten BewerberInnen!!!) mit einem Projekt zurück, das gemeinsam mit fünf weiteren europäischen Institutionen durchgeführt wird und sich einem der politisch brisantesten Themen der Gegenwart widmet. Wie können sich in einem rechtlich und wirtschaftlich immer mehr gemeinsam formierenden Europa Momente einer politischen Unabhängigkeit und persönlichen Freiheit durchsetzen, wenn weiterhin nicht alle Fragen zu einer menschenrechtskonformen Lebenspraxis gelöst sind. Dieser Problematik gehen vier Künstlerinnen(gruppen) nach, die Poster zu relevanten Fragestellungen im eigenen Land gestalteten und auf die Unterschiede an Wahlmöglichkeiten bezüglich uneingeschränkter Lebensmodelle verweisen. Sanja Iveković verwendet dazu als Vorlage eine Zeichnung aus den 1980er Jahren, die auf eine uneinheitliche bzw. diffamierende Darstellung der Frau in den kroatischen Medien eingeht und nach wie vor ihre Gültigkeit besitzt. Aydan Murtezaoğlu thematisiert die Erweiterung des öffentlichen Raums in der Türkei, die jedoch einem ständig drohenden Kriegszustand ausgesetzt ist. Die rumänische Künstlerinnengruppe h.arta widmet sich der Homosexuellenbewegung und den Protesten bei der Gay Parade im Juli 2007 in Bukarest, während Isa Rosenberger auf die Situation von 8 Migrantinnen in Wien eingeht und dabei die Frauen selbst zu Wort kommen lässt. Die Poster liegen in mehreren Grazer, österreichischen und europäischen Institutionen auf und sind mit Texten in mehreren Sprachen für die unterschiedlichen Präsentationsländer versehen. www.landofhumanrights.eu

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