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I still love the 20th century: Ganz gleich, ganz anders

Im Jahr 1991 veranstaltete die Wiener Galerie Metropol eine Ausstellung mit dem vielsagenden Titel "Das Bild nach dem letzten Bild." Georg Kargl war damals eine Seite der glitzernden Medaille in der Dorotheergasse. Heute ist es nicht zuletzt seinem Engagement zu verdanken, wenn die Schleifmühlgasse zum Gentrifications-Kleinod geworden ist. Viel hat sich geändert in den letzten fünfzehn Jahren. Die Schau, die jetzt bei Kargl zu sehen ist, heisst "I still love the 20th century", im Begleittext wird jetzt am Popanz des "kommerziellen Erfolgs", der den Kunstbetrieb in Bann hält, Anstoß genommen, und von den Künstlern, die seinerzeit das Bild in seiner Agonie ausloteten, sind jetzt drei dabei: Richard Artschwager, Ad Reinhardt und Gerhard Richter. Bleibt also alles anders. Peter Fend und Dan Graham machen zwar das gleiche wie damals, sind aber mit ihren Modellen jetzt dabei. Palermo hätte damals schon gut dazugepasst, Daniel Buren nicht minder, ebenso Leon Polk Smith, ganz zu schweigen von James Lee Byars, dem auch gleich die Wortspende des Ausstellungstitels zu verdanken ist. Jetzt sind sie mit exemplarischen Stücken zu sehen. Arnulf Rainer ist mit einer eher unexemplarischen Arbeit vertreten, einer Proportionsstudie aus dem Jahr 1953, doch sie sieht aus, als wäre es ihm immer schon um die Chancen des Piktoralen am Rande seiner Unsichtbarkeit gegangen. Einige jüngere schließlich, Wilhelm Sasnal, Cerith Wyn Evans, hätte man damals erst noch entdecken müssen. Jetzt gehören sie zum Stamm der Galerie. Bleibt also doch alles gleich. Im Jahr 1991 publizierte die Galerie Metropol ein Paradestück an Katalog, und von Herrn Buchloh bis zu seinem alten Gegenspieler Herrn De Duve hatte sich alles darin vernehmen lassen, was der Kunst eine Theorie versprach. Es war die Zeit, da die "Texte zur Kunst" das Licht der Welt erblickten und die "Kontext Kunst" nicht ohne ganze Wände zur Beschriftung auskam. Heute heisst es im Begleittext, dass "die Frage nach dem Werk an sich" nicht mehr gestellt würde. Die Frage nach dem Werk an sich: Sieht so aus, als ließe sie sich heute nicht nur stellen, sondern offenbar auch beantworten. Bleibt doch alles anders.
I still love the 20th century
24.03 - 06.05.2006

Galerie Georg Kargl
1040 Wien, Schleifmühlgasse 5
Tel: +43 1 585 41 99, Fax: +43 1 /585 41 99-9
Email: office@georgkargl.com
http://www.georgkargl.com
Öffnungszeiten: Mi-Fr 13-19
Sa 11-16h sowie nach Vereinbarung


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