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Der Aufreger der Woche ? das österreichische Kulturinstitut in Paris

Nehmen wir einmal folgendes an: Die Politiker und deren Beamte haben die Wahrheit gesagt und die Medien haben richtig berichtet. Dann hat das österreichische Kulturinstitut einen jährlichen Betriebskostenbedarf von 11,5 Millionen Schilling. Diesen Ausgaben stehen 3 Millionen jährlichen Projektkosten gegenüber. Also kostet die Erhaltung des Hauses dreieinhalb mal so viel wie das, was in diesem Haus an kulturellen Aktivitäten geboten wird. Und zwar für zuletzt 1.047 Besucher im Jahr. Wenn ich jetzt diese Zahl der Besucher nur durch die Betriebskosten dividiere, macht das stolze ATS 11.000 pro Person. Dieses Verhältnis sollte zu denken geben. Und wenn jetzt im letzten Jahr tatsächlich insgesamt rund 150.000 Personen österreichische kulturelle Veranstaltungen in Frankreich besucht haben ? außerhalb des sichtlich ungeliebten und ungenützten Kulturinstituts ? dann würde ich trotz aller möglichen Ressentiments vorschlagen, das Kulturinstitut zu schließen und die frei werdenden Betriebskosten in weitere und möglichst viele Kulturveranstaltungen in verschiedenen frequentierten französischen Kulturzentren investieren. Denn mit elfeinhalb Millionen kann man z.B. einige aufregende Kunstausstellungen gemeinsam mit französischen Museen veranstalten, zahlreiche junge österreichische KünstlerInnen mit ihren Galerien auf der FIAC präsentieren, interessante junge Theatergruppen nach Avignon schicken, neue österreichische Komponisten auf Musikfestivals musizieren lassen usw. Um nicht mißverstanden zu werden: ich rechne keinen Kulturschilling sondern nur einen Kulturhüllenschilling gegen einen Kulturkonsumenten hoch. Und deshalb sollten wir meiner Meinung nach mit möglichst zahlreichen Unterschriften auf Petitionslisten dafür sorgen, daß dieses derzeit zur Verfügung stehende Geld auch wirklich kulturzweckgebunden und nicht etwa nur Bausubstanz erhaltend vergeben wird. Wichtig ist, daß österreichische Kunst in Frankreich stattfindet und nicht wo. PS: Und es mögen sich bitte jetzt nur diejenigen entrüsten, die wissen, wie das österreichische Kulturinstitut in Paris von innen aussieht.

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