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Max Schaffer - Power of Style: Powerplay?

Ist der Institutionskritik heute eigentlich noch etwas hinzuzufügen? Max Schaffers Ausstellung „Power Of Style“ in der Bremer GAK Gesellschaft für aktuelle Kunst lässt diese Frage leider unbeantwortet.

Das auffallendste an Max Schaffers Ausstellung „Power Of Style“ sind sicherlich die architektonischen Umbauten, die er in der Bremer GAK hat vornehmen lassen. So sind einige Wände im Eingangsbereich eingerissen worden und zudem wurden die Büros mitten in den Ausstellungsraum hinein verlegt. Die Arbeit dort findet also während der Ausstellungszeit quasi in der Öffentlichkeit statt. Des weiteren hat Schaffer sogenannte „Telefonzeichnungen“, also das halbbewusste Gekritzel, das während des Telefonierens entsteht, eines unbekannt bleibenden Berliner Kurators als Ausgangspunkt für diverse Arbeiten genutzt, die er in der umstrukturierten GAK ausstellt. So hat er diese Zeichnungen stark vergrößert im Stil von Graffitis an die Wand auftragen lassen – der Künstler verrichtet nie eigene Handarbeit – , andere Zeichnungen sind gerahmt an Büroregalen gehängt, wieder andere prangen auf Leinwand übertragen im Ausstellungsraum. Auch sind sie auf Kaffeebecher gedruckt und bringen so den Aspekt des Merchandising ins Spiel. Auf Fensterbänken stehen dann silberne Getränkedosen, gefüllt mit Prosecco, einem „klassischen“ Getränk, das während Vernissagen oftmals getrunken wird. Zudem hat der Künstler Notate aus dem Gästebuch des GAK von einem Graphologen analysieren lassen und dessen Ergebnisse in Collagen verarbeitet. Acht Kugelschreiber schließlich sind ebenfalls an den Wänden installiert, alle sind Stifte, die sonst an Waffen montiert sind – Schreiben als Moment des Kulturkampfes?

All diese Strategien kennen wir aus der Geschichte der Institutionskritik, der Pressetext zur Ausstellung nennt selbst Michael Asher als Ahne einer solchen Kunst. Nicht aber dieses gleichsam Zitierens bekannter Strategien ist das vorrangige Problem dieser Ausstellung, sondern die Tatsache, dass Schaffer die ökonomische Seite des Ausstellungshauses in seiner Präsentation unberücksichtigt lässt und auch kulturpolitische Implikationen kaum streift. So ereignet sich hier eine Institutionskritik, die auf Grund ihres unpolitischen Charakters merkwürdig „machtlos“, dafür aber überaus „ästhetisch“ daherkommt.

Max Schaffer - Power of Style
21.05 - 31.07.2016

GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst
28199 Bremen, Teerhof 21
Tel: +49 421 500 897, Fax: +49 421 593 337
Email: office@gak-bremen.de
http://www.gak-bremen.de
Öffnungszeiten: Di-So 11-18, Do 11-20 h

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