Absage der „Art Albertina“
Olga Kronsteiner, 16.04.10
Albertina gibt dem jungen Messeformat als Vermieter keine zweite Chance
Mit lobenden Worten hatte Klaus-Albrecht Schröder die Teilnehmer der ersten auf Papierarbeiten spezialisierten „Art Albertina“ im Herbst vergangenen Jahres verabschiedet. Und, er freue sich, sie und neue Aussteller bei im Oktober 2010 wieder in seinem Haus begrüßen zu dürfen. Dann (7.-10. Oktober 2010), hätte man im Windschatten der ersten großen Michelangelo-Ausstellung (Albertina, 8. Oktober 2010-11. Jänner 2011) seit zwanzig Jahren vom internationalen Besucheransturm profitieren können.
Nicht für alle der teils aus dem Ausland angereisten Teilnehmer war das Debüt trotz der ansehnlichen Besucherzahl von 15.000 auch ein monetär erfolgreiches. Die Galeristen verzeichneten jedenfalls bessere Umsätze, als der lokale Kunsthandel, der sich in Ermangelung eines versierten Spezialistentums, aus dem Sortiment Arbeiten auf Papier gezupft hatte. Die Gemeinsamkeit aller: Die wirtschaftlichen Erwartungen waren gering, den Aufwand betrachtete man als eine Investition in eine viel versprechendes und den Standort Wien stärkendes Format.
Mangelnde Qualität als Begründung
Diese Idee und damit verbundene mittelfristige Planungen sind jetzt vom Tisch. Vor wenigen Tagen ließ Maria Luise Sternath, die stellvertretende Direktorin der Albertina, den Messeorganisator Wolfgang Pelz wissen, dass man an einer Fortsetzung nicht interessiert sei. Gründe nannte man laut Pelz keine. Auf Anfrage erklärte Schröder seine Entscheidung mit einem drohenden Qualitätsverlust. Seine Erwartungen seien jedenfalls nicht erfüllt worden und unter dem Niveau einer TEFAF in Maastricht oder einem Salon du Dessin in Paris wolle er keine Messe in seinem Haus beherbergen. Mit dem Einnahmenverlust in der Höhe von rund 200.000 Euro (u.a. Miete, Bewachung etc) könne er leben.
Der Veranstalter und seine 25 Kunsthändler stehen im übertragenen Sinne auf der Straße. Eine andere Location, so Pelz, komme für 2010 nicht in Frage, für 2011 wird man notgedrungen anderweitig planen. Die für die vermeintliche zweite Edition der „Art Albertina“ bereits angemeldeten Teilnehmer wurden bereits informiert, allfällige Anzahlungen retourniert oder für andere Messeformate gutgeschrieben.
www.artalbertina.com

3 Postings in diesem Forum
Ihre Meinung
sollte er besser überhaupt alle Kunstveranstaltungen absagen:
Kann man nämlich eine Kunstmesse betreiben, bei der
die Künstler und Kritiker reihenweise von den
Rausschmeissern belästigt werden?
Warum wird er nicht gleich Catering-Direktor bei Do&Co
und überläßt die Kunst jenen, die sich mehr dafür interessieren?
Kriterien hin oder her - nicht wenige sind der meinung, dass man ja angesichts der ausstellungspolitik der Albertina auch die erwartungen hat runterschrauben muessen.
zudem ist es eigentlich laecherlich, wenn sich ein VERMIETER derart aufpudelt
Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

Artikel versenden
Artikel teilen Facebook, Twitter,
Google+
Artikel drucken
- Auslandsmesseförderung für Galerien

- Joseph Binder Award 2012: Einreichfrist verlängert

- Robert-Jungk-Kunstprojekt 2013

- H13, Niederoesterreich Preis für Performance 2012

- Ausschreibung IFK_Senior und Research Fellowships

- 100 Jahre Votivkino - Wettbewerb Kinotrailer

- Universitätsprofessor_in Bühnengestaltung mit dem Schwerpunkt Szenografie – Performative Raumkonzepte

- Hinterland Sommerfrische 2012 Atelier

- Ausschreibung KUNSTHALLE Wien GmbH

- Teilstipendium für den Masterstudiengang Bildwissenschaften

- NWW Design Award

- Lepsien Art Foundation - Emerging Talents

- photo_graz 012

- Architekturpreis und -Stipendium Salzburg

- Österreichische Nationalbibliothek - Teilstipendium für Bildwissenschaft, Ma

- Auslandsstipendien und Atelierwohnungen für künstlerische Fotografie und bildende Kunst 2013/2014

- Auslandsstipendium für Video- und Medienkunst 2013

- Threadneedle Prize

