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Die Würdenlosträger

Manfred M. Lang, 01.03.10

Der weltumspannende Kindesmissbrauch der würdelosen katholischen Kuttenträger gehört zum Widerlichsten unserer Gesellschaft.
Aber was ist die Reaktion der würdelosen Obrigkeit? Da wird mächtig vertuscht, unter den religiösen Allmachtsteppich gekehrt, ein bissl entschuldigt und scheinheilig ein paar Silberlinge für die Opfer locker gemacht.
Und wenn dann die deutsche Justizministerin nur meint, dass endlich „lückenlose Aufklärung angezeigt wäre“, verlangt ein zorniger und präpotenter Chef der deutschen Bischöfe eine sofortige Entschuldigung für diese „maßlose Polemik“. Und siehe da, auch alle anderen deutschen würdelosen Träger schweigen. Betreten???

Auch in Österreich meldet sich niemand ob der Anmaßung dieses deutschen Oberbischofs.
Ist unser Erzbischof taub und blind? Sind er und die restlichen Bischöfe auch dieser Meinung, dass Kindesmissbräuche innerkirchliche Angelegenheiten sind, die die Justiz eigentlich nichts angehen? Oder finden es alle einfach nur geil, was da seit Jahrzehnten passierte und immer noch passiert? Sind sie feige? herzlos? Sind Kinder einfach dazu da, missbraucht zu werden? Sind die Missbrauchten nicht die wahren Verführer der Verführer und somit von Gott verlassen und daher selber schuld?
Verdammt noch mal, warum hören wir aus den diversen bischöflichen und kardinalischen Residenzen kein klares und aufrichtiges mea culpa und her mit der weltlichen Gerichtsbarkeit?

Aber Gott sei Dank haben wir einen Papst, der die deutlichen Worte gefunden hat: dies alles wäre verblendet, versklavend, verführerisch, heuchlerisch und begehrlich nach Macht, Besitz und Herrschaft, teilweise unanständig und provokativ. Nur teilweise unanständig? Was heißt verdammt noch mal „teilweise“?
Ach so unser aller Papst meinte ja nicht die Würdelosen aus den eigene Reihen. Er stellte nur anlässlich seines letzten Treffens mit Künstlern die „falsche“ Kunst mit solchen klaren Worten an den Pranger und nicht seine eigenen Missbrauchschäfchen.

Wie auch immer, ich werd mir noch ein von Plato geliehenes und gewandeltes Papstzitat aus diesem Treffen des XVIten mit den Künstlern zu Herzen nehmen.
Die Schönheit „befreit die Wirklichkeit von der Dunkelheit, verklärt sie und macht sie strahlend“.
Also befreie ich mich von der katholischen Dunkelheit, mache mich strahlend und frage euch Leserinnen und Leser, ob ihr nicht meine Wut und Verachtung teilen wollt. Ob ihr euch nicht in Wirklichkeit auch von der Dunkelheit verabschieden solltet und in strahlender Schönheit solch einer Kirche den Rücken kehrt.

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