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(03.02.10) Giacometti stahl Klimt die Show
Als Auktionator Henry Whyndham bei netto 24 Millionen Pfund (Taxe 12-18 Mio) zugunsten eines anonymen Telefonbieters sein Gavel auf das Auktionspult drosch blieb Georges Jorisch` Miene stoisch. Der Enkel Amalie Redlichs (geborene Zuckerkandl) war in Begleitung einer seiner Töchter und Schwiegersohn aus Kanada angereist und hatte das Klimt’sche Gardasee-Motiv montagnachmittags das erste Mal seit sieben Jahrzehnten wieder in Natura bewundern können. 1939 hatte seine Großmutter Amalie Redlich (geborene Zuckerkandl) ihre Kunstsammlung bei einer Wiener Spedition eingelagert, um sie so vor dem Zugriff der Nationalsozialisten zu schützen. 1947 fand ihr Schwiegersohn dort nur mehr leere Kisten vor. Die Kunstwerke blieben verschollen. 1962 tauchte „Kirche in Cassone“ im Zuge einer Ausstellung in Graz auf, ein letztes Mal war das 1913 gemalte Gardasee-Motiv 2003 im Belvedere („Gustav Klimt – Landschaften“) zu sehen. Beide Male als Leihgabe aus österreichischem Privatbesitz. Im Herbst vergangenen Jahres kam es abseits der Öffentlichkeit und des nicht anwendbaren Kunstrückgabegesetzes zu einer Einigung zwischen dem derzeitigen Besitzer und Jorisch. Wie der Erlös zwischen ihm und dem vormaligen Besitzer aufgeteilt wird, bleibt vertraulich. Der neue Eigentümer muss in den nächsten Tagen jedenfalls 26,92 Millionen Pfund oder 30,72 Millionen Euro überweisen – den höchsten Betrag, den ein Landschaftsmotiv von Gustav Klimt jemals erzielte. Am Ende der Auktion durfte sich Sotheby’s nach 31 Besitzerwechseln einen Umsatz von insgesamt 146,82 Millionen Pfund (167,57 Mio Euro) in die Bücher notieren – die Konkurrenz hatte am Abend zuvor 69 Kunstwerke zum Gegenwert von 76,83 Millionen Pfund (87,66 Mio Euro) verkauft. www.sothebys.com Olga Kronsteiner
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