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(05.02.10)
Albertina


cars: Andy Warhol, Silvie Fleury, Robert Longo, Vincent Szarek
22.01.10 bis 16.05.10

Langweilige PR-Aktion

Richtig was erwartet hatte man ohnehin nicht. Was soll oder kann denn eine Ausstellung, die sich anhand von bloß vier künstlerischen Positionen dem Auto widmet, für einen Sinn haben? Dennoch: Die Albertina setzt uns in ihrem Projekt „Cars. Andy Warhol, Robert Longo, Sylvie Fleury, Vincent Szarek“ eine „Themenausstellung“ übelster Sorte vor. Die Exponate dieses befremdlichen Unterfangens stammen gänzlich aus der Daimler Kunst Sammlung – als besäße das Haus selbst zu wenig Kunst, um Ausstellungen gestalten zu können.

Die Basteihalle, in der man auch schon mal Großartiges wie die Günter-Brus-Personale gesehen hat, wird mit dieser kritiklosen Feier eines Fetischs bespielt. Der Zyklus „Cars“ von Andy Warhol, einst in Auftrag gegeben vom nun an das ehemalige Grafikmuseum verleihenden Automobilkonzern, langweilt rasch: Der King of Pop scheint seine PR-Tätigkeit für den Autobauer nicht allzu ernst genommen zu haben, so routiniert hat er die Gefährte unterschiedlichen Baujahrs hingenudelt.

Schlimmer wird es allenfalls noch mit den – irgendwo dazwischen eingestreuten – Arbeiten der anderen Künstler. Sylvie Fleury, man kennt das ja von ihr, lässt sexy Tussis zwischen den Karren herumstöckeln, Robert Longo überhöht die Gefährte mittels ikonenhafter Bleistiftzeichnung, und Vincent Szarek baut glatt schimmernde Skulpturen, die an schnittige Karosserien erinnern.

Das wahre Ärgernis besteht jedoch nicht darin, dass kein wie auch immer gearteter kuratorischer Anspruch hinter dieser Schau steckt, sondern im problematischen Verhältnis zwischen einer Firmensammlung und einem öffentlichen Museum. Man fragt sich bloß, was die Albertina für ein derartiges Fremdmarketing-Projekt bekommt – vielleicht einen Zubau, sponsored by Daimler, oder ein paar von den Zeichnungen Longos aus der Sammlung? Oder gar eine Dauerleihgabe? Jedenfalls täten sich weitere tolle Kooperationsmöglichkeiten auf – an Themen mangelte es nicht: Die Fondazione Prada hätte vielleicht Sinnträchtiges für eine Ausstellung „Die Handtasche in der Kunst des 20. Jahrhunderts“ zu bieten, „Das Flugzeug von Joseph Beuys bis Fischli/Weiss“ könnte man, so dort Kunst gesammelt wird, in Zusammenarbeit mit der Lufthansa angehen oder „Der Computer in der Gegenwartskunst“ könnte mit Stücken aus einer noch zu gründenden Apple Art Foundation bestückt werden.

Nina Schedlmayer

Albertina
1010 Wien, Albertinaplatz 1
Tel: +43 1 534 83 -0
Fax: +43 1 533 76 97
email:
info@albertina.at
http://www.albertina.at
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