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Schiller

Rainer Metzger, 09.11.09

Am 10. November hat Friedrich Schiller Geburtstag; er wird 250. Ihm zu Ehren etwas aus seinem Gedicht den Frauen zu Ehren von 1796:

Würde der Frauen

  Ehret die Frauen! sie flechten und weben
  Himmlische Rosen ins irdische Leben,
  Flechten der Liebe beglückendes Band,
  Und in der Grazie züchtigem Schleier
  Nähren sie wachsam das ewige Feuer
  Schöner Gefühle mit heiliger Hand.

      Ewig aus der Wahrheit Schranken
      Schweift des Mannes wilde Kraft;
      Unstät treiben die Gedanken
      Auf dem Meer der Leidenschaft;
      Gierig greift er in die Ferne,
      Nimmer wird sein Herz gestillt;
      Rastlos durch entlegne Sterne
      Jagt er seines Traumes Bild.


Es geht noch weiter, etc. etc.


Schiller, gezeichnet von Johann Christian Reinhart, 1787

Zitieren wir nun einen Romantiker. Also einen Modernen. August Wilhelm Schlegel.

Schillers Lob der Frauen

  Ehret die Frauen! Sie stricken die Strümpfe,
  Wollig und warm, zu durchwaten die Sümpfe,
  Flicken zerrißene Pantalons aus;
  Kochen dem Manne die kräftigen Suppen,
  Putzen den Kindern die niedlichen Puppen,
  Halten mit mäßigem Wochengeld Haus.

      Doch der Mann, der tölpelhafte
      Find't am Zarten nicht Geschmack.
      Zum gegohrnen Gerstensafte
      Raucht er immerfort Taback;
      Brummt, wie Bären an der Kette,
      Knufft die Kinder spat und fruh;
      Und dem Weibchen, nachts im Bette,
      Kehrt er gleich den Rücken zu.


Damit das vor lauter 9. November nicht untergeht.

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