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„Die Presse“ hat Gerald Matt interviewt – aber wie!?!?!?

Manfred M. Lang, 13.07.09

Eine Zeitung lebt von Werbung – eine Zeitung ohne Werbung überlebt nicht. Werbung in Zeitungen ist so vielfältig wie in allen anderen Medien auch. Da gibt’s die klassische Werbung, die als „Anzeige“ gekennzeichnete Textwerbung, die vielfältigen Formen der Schleichwerbung.

Zum Beispiel die Kulturwerbung. In „Die Presse“.
Das ist so eine Mischkulanz aus Anzeige und gekennzeichneter Schleichwerbung. Und heißt „Fokus“.

Letzten Donnerstag schlich sich so Gerald Matt werbend gleich auf eine ganze Seite. Mit seinem Interview.
Da plaudert der eine Matt mit dem anderen Matt über seine Ausstellung „Fotografie als Bühne“. Durchaus interessant und informativ. Aber natürlich auch ein bissel selbstbeweihräucherig wie der Matt so ist. Und da sonst jedes „Die Presse“-Interview mit dem Namen der Interviewerin/des Interviewers gekennzeichnet ist, wirkt das ganze auch noch so, als hätte sich niemand Identifikationsbereiter dafür gefunden. Und um das Kraut noch in Richtung schleichwerblicher Peinlichkeit fett zu machen, war am Ende des Interviews zu lesen:

„Diese Seite erscheint mit finanzieller Unterstützung der Kunsthalle Wien.
Die Presse Media GmbH – Verkauf Adelheid Liehr – Koordination Michaela Sollfrank“

Also zahlt die Kunsthalle wahrscheinlich den Kulturwerbetarif, Gerald Matt fragt und formuliert dafür, wie er will.
Und konterkarierend deklariert „Die Presse“ den Beitrag doch noch als reinrassige Werbung mit den Namen der beiden Damen, die zu kontaktieren sind, wenn man auch so etwas Pseudoschleichwerberiges will.

Als Gerald Matt wäre ich nachträglich ordentlich frustriert.
Als Leser bin ich es sowieso.

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