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Auf bewegtem Grund

Alexander Lass, 26.07.09

Indien hat in den vergangenen Jahrzehnten große gesellschaftliche Umbrüche erlebt. Der beeindruckende wirtschaftliche Fortschritt des vielschichtigen Landes hat das Interesse an der künstlerischen Entwicklung beflügelt und so konnten sich indische KünstlerInnen am internationalen Kunstmarkt zunehmend behaupten. Die Bearbeitung von Themen aus der Alltagsumgebung, sich mit den Realitäten ihrer Gesellschaft und ihrer Zeit auseinander zu setzen und sie durch ihre Kunst in die schnelllebigen Veränderungen der heutigen Zeit zu transformieren, ist der Modus Vivendi von Hema Upadhyay, Tushar Joag und Anant Joshi.

Die Gruppenschau „UNDER THE SURFACE“ in den Krinzinger Projekten nähert sich af den ersten Blick sehr humorvoll und verspielt den schwerwiegenden Problematiken des urbanen Raumes.

Anant Joshi`s mehrteilige Installation „Tampering with the Muse Trap“ besteht aus bunten, zusammengeschmolzenen Actionfiguren. Diese zeigen abstrakte Lautsprecher, eine Burg oder eine Blumenvase. Ihrer ursprünglichen Form entzogen, dienen sie nicht der Unterhaltung, sondern zeigen die absurde Verschwendung von menschlichen und materiellen Ressourcen bei ihrer Herstellung.
“Put in the plastic, press the machine, take out the plastic”, sagte ein Fabriksarbeiter zu Joshi, über den Sinn seiner Arbeit.
Die von Tushar Joag gegründete virtuelle Gesellschaft „UNICELL“ beschäftigt sich mit architektonischen Missständen in Mumbai. Geldgier der Politiker und eine nachträgliche Verschandelung des Stadtbildes sind die Folgen. Die Sage von Romulus und Remus wird unter demselben Titel in einer überdimensionalen Mischtechnik verarbeitet. In die neu geplante Satellitenstadt „New Bombay“ soll das historische und sehr bekannte Crawford Market abwandern. „Suitcase of the Urban Planner“ zeigt eine Nachbildung des Einkaufszentrums und zwei Bagger. Auf ironische und subversive Weise wird in den Digitaldrucken „The Races“ oder „Pests“ auf die Verschmelzung zwischen Technologie und alter indischer Baugeschichte hingewiesen. Werden die Folgen für die BewohnerInnen von Megacities negativ sein?

Das großformatige Gebilde „Cell“ aus kleinen Puzzleteilen von Hema Upadhyay behandelt die Realität und unbestimmbare Zugehörigkeit von EmigratInnen in Mumbai. Für ein Puzzle eherunüblich, bietet „Cell“ aber kein erkennbares Bild ab. Upadhyay will damit zeigen, dass jeder Bestandteil für sich oder in der Gesamtkomposition verstanden werden soll. Folglich wird jedes einzelne Individuum einer Gesellschaft unersetzbar, aber vergesslich sein.


Tipps

 

Krinzinger Projekte
1070 Wien, Schottenfeldgasse 45
Tel: +43 (1) 512 81 42
email: krinzingerprojekte@gmx.at
http://www.galerie-krinzinger.at/projekte/




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Viertelfestival NÖ vom 12. Mai bis 12. August im Mostviertel weiter

 

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Under the Surface - Anant Joshi, Tushar Joag, Hema Upadhyay

20.06.2009 bis 05.09.2009

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