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(03.10.08)
La Biennale di Venezia
11. Architekturbiennale Venedig 14.09.08 bis 23.11.08
Menage à trois
Die Länderpräsentationen auf der Architekturbiennale in Venedig sind gute Podien, um Themen zu lancieren, Haltung zu beziehen und große Persönlichkeiten zu würdigen. All das geschieht im österreichischen Pavillon. Dem generellen Schlachtruf „Out there. Architecture Beyond Building“ stellte Kommisärin Bettina Götz das Motto „Before Architecture. Vor der Architektur” entgegen. Drei Positionen repräsentieren unterschiedliche Generationen, individuelle Haltungen und Zugänge ans Bauen.
Für einen spartenübergreifenden Zugang an die Architektur ohne Berührungsangst zur Kunst stehen PAUHOF (Michael Hofstätter/Wolfgang Pauzenberger), die sich vor allem durch die treffsichere Gestaltung von Ausstellungen profilierten. Ihre Arbeiten beruhen auf genauer Analyse und führen zu besonderen Raumkonfigurationen. Auf einer Rampe gleitet man an einer schwarzen Wand in Josef Hofmanns Pavillon, wo PAUHOF in der puristischen Rauminstallation Archetherid einen Querschnitt ihres Oevres in Projektionen – Ausstellungen, Wettbewerbsbeiträge und das Haus D. in Brixen – vorm Panorama der Lagunenstadt quasi filmisch in Szene setzen.
In der Mitte dreht sich auf einer schwarzen Plattform das stählerne Modell des PAUHOF-Projekts Pavillon Austria für die Expo Sevilla auf einer Miniatur-Drehbühne im Kreis. Ein Gebäude aus Wandscheiben und Stützen, über denen wie ein dreidimensionales Objektiv das Obergeschoss auskragt. Ein Teil seiner Decke ist von kreisrunden Oberlichten perforiert. Die Idealvorstellung eines Pavillons wird zum Exponat im realen Pavillon aus dem Jahr 1934 und reflektiert so auch die Präsentation von Architektur an sich.
Durch das hohe Säulenpaar im Raum sieht man Modelle aus hellem Holz von der Decke schweben, Fotos der Gebäude dazu hängen an der Wand dahinter. Dieser Seitenflügel ist einer Hommage an den Tiroler Architekten Josef Lackner (1931-2000) gewidmet, der selbst banalen Bauaufgaben unkonventionelle Aspekte abgewann. Etwa dem Grottebad Flora. Eine organisch geformte, künstliche Höhle aus Betonfertigteilen, dicht bewachsen von Efeu. Unter den runden Oberlichtkuppeln in seinem weiß-blauen Inneren aber ruht ein Schwimmbecken.
Investigativ geht der dritte Beitrag der Architektur ans Eingemachte. Maria Flöckner und Hermann Schnöll, MarteMarte, Riegler Riewe, Jabornegg und Pàlffy, Henke Schreieck, Gerhard Steixner und Wolfgang Pöschl werden vom Soziologen Werner Sewing zu ihren Häusern, den Ur- und Keimzellen allen Bauens, befragt. Gleichsam entmaterialisiert, kommen keine Gebäude, sondern deren Schöpfer ins Bild und ihre Gedanken zu Wort.
Isabella Marboe

La Biennale di Venezia 30122 Venezia, Giardini della Biennale http://www.labiennale.org/ Öffnungszeiten: täglich 10 - 18 Uhr, Mo geschlossen
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