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(04.10.08)
O.K. offenes Kulturhaus Oberösterreich


Cyberarts 08 - Prix Ars Electronica Exhibition
05.09.08 bis 12.10.08

Im Land kleinteiliger Magie

Es macht gar nichts, dass alljährlich in Linz herumgeisternde Begriffe, wie „digitale Kunst“ oder „Echtzeit“, einer längst vergangenen und ehemals visionär aufgeladenen Zukunft angehören. Spannend bleibt die unter dem Label „Cyberarts“ firmierende Ausstellung der ars electronica im OK-Centrum für Gegenwartskunst allemal. Vor allem bietet die intelligente bis in den Oktober hineinreichende Programmierung der stets aufwändig produzierten Überblicksschau digitaler Kunst die Möglichkeit, auch ausserhalb des Rummels um das nach wenigen Tagen verzischende ars electronica Festival den Dialog mit aktuellen Produktionen im Spitzenfeld digitaler Kunst aufzunehmen.

Freilich ist das definitorische Potential des Begriffs einer digitalen Kunst gegen Null zusammengeschrumpft. Aus den unendlichen Weiten algorithmischer Operationen ging kein Genre hervor. Eine diskursive Zusammengehörigkeit künstlerischer Produktion aus dem Kern der digitalen Matrix heraus war allerhöchstens in deren medienreflexiver Pionierzeit feststellbar.

Mittlerweile bietet die „Cyberarts“ einen Parcours höchst unterschiedlicher künstlerischer Konzepte. Insgesamt eher still. Kaum wo der Hang zum Sensationellen. Stattdessen zahlreiche intime Situationen verbunden mit der Einladung auszuharrern und zu entdecken. Zum Beispiel auf der sogenannten Brücke im Inneren des OK-Centrums, wo die Soundinstallation des Deutschen Markus Kison für die 1945 bombardierte und dann wieder aufgebaute Stadt Dresden zu erleben ist. Wer sich an das Geländer der Brücke gelehnt die Handfächen an die Ohren hält, hört und spürt per Körperschallwandler das Geschwader der B 52 Bomber vom 13. Februar 1945. Anstelle des realen Ausblicks in Dresden symbolisiert eine Panoramafotografie den Ausblick. Ein signifikantes Beispiel für die ortsadäquate Verwendung technischer Medien im öffentlichen Raum.

Vollkommen anders, aber auch höchst subtil die Animation „It´s fire you can touch it“ von Yoko Ishi und Hiroshi Homura (JP). In beinahe stilisierter Schlichtheit können hier auf die Handflächen projezierte Tanka-Gedichte weitergereicht werden, wobei die Schriftzeichen mitunter durcheinanderpurzeln und eine neue Bedeutung ergeben. Diese Arbeit könnte man als paradigmatisch sehen. Denn die Ausstellung im OK ist nirgendwo marktschreierisch sondern führt in ein feingliedriges Labyrinth.

Eine der legendären Golden Nicas erhielt „reactable“ von Sergi Jordá und Marcus Alonso (ESP) sowie Martin Kaltenbrunner (AT). Es ist eine Variation vielfach gesehener und durchprobierter Interfaces zur Kombination von Klängen. Wie im Programm Pure Data können diese mit Hilfe verschieden aufgeladener Objekte miteinander kombiniert werden. Ein einfach zu bedienendes Benutzer-Interface, das sowohl in Museen wie auch auf der Bühne von Pop-Superstar Björk eingesetzt wird. Konzepte wie dieses lassen Technik und Knochenarbeit des Programmierens für einen Moment vergessen und schaffen es, eine magische Atmosphäre zu erzeugen. Wie auch viele andere Situationen auf der diesjährigen Cyberarts im OK Centrum für Gegenwartskunst.

Roland Schöny

O.K. offenes Kulturhaus Oberösterreich
4020 Linz, Dametzstraße 30
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Albertina, Galerie Dana Charkasi, Schauraum angewandte, Ortner 2

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MMKK Museum Moderner Kunst Kärnten, Berlinische Galerie, Kunsthalle Krems, Startgalerie im Museum auf Abruf

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