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(07.10.07)
Künstlerhaus Graz


alien productions - Der Gedankenprojektor
14.09.07 bis 28.10.07

Baby-Tintenfisch. Gekocht in eigener Tinte

In den 1970er Jahren als es noch darum ging, die technischen Möglichkeiten des Videos experimental auszuloten, beschäftigten sich Videokünstler wie z.B. Bill Viola vor allem mit wahrnehmungstheoretischen Aspekten des neuen Kunstmediums. Dank der Gleichzeitigkeit von Aufnahme und Wiederhabe konnte der Künstler selbst zum Objekt der Kamera werden. Viola verwendete dann "Wasser" als das Zentralmotiv, um den Moment der unsichtbaren, liquiden und unfassbaren Gedanken und Erinnerungen auf ihre Abbildhaftigkeit zu prüfen. Nachhinein eröffneten sich in seinen Installationen auch Möglichkeiten, die BetrachterInnen und die Situation emotionell einzubeziehen.

Bei Film, TV oder Video ist das Auge zweifellos das wichtigste und einzige Wahrnehmungs- und Beobachtungsinstrument. Andererseits projizieren die Massenmedienin in uns alltäglich brisant beliebige und unfreiwillige Gedanken. Bei der im Grazer Künstlerhaus vorgestellten parawissenschaftlichen Installation "Gedankenprojektor" von alien produktions (Martin Breindl / Norbert Math / Andrea Sodomka / August Black) bildet das Sehorgan in einem Umkehrungsverfahren den zentralen Ort und zugleich das Hauptmotiv der großräumigen Video-Inszenierung von nahezu sakraler Monumentalität, in der das Auge direkt in der Ausstellung auf sein Gedankenspeicherungsvermögen mittels neuester Technologien untersucht wird. Fotos vom Augenhintergrund und der Iris der BesucherInnen werden in Echtzeit auf drei riesige Screens, die wie ein Triptychon den Raum einnehmen, übertragen. Es ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache unter solchen Umständen, diese mechanische Untersuchung über sich ergehen zu lassen.

"Sind die Gedanken, wenn sie fotografiert werden, noch frei?... darstellbar oder, noch erschreckender, interpretierbar?" - fragt Werner Fenz im Begleittext. Eine beunruhigende Frage im Zeitalter des gläsernen Menschen, in dem an jeder Ecke eine Überwachungskamera lauert.

Die Initialzündung für die experimentelle Ausstellung gab der geniale Wissenschaftler Nikola Tesla, der Zeit seines Lebens die Absicht hegte, eine Apparatur zwecks "Gedankenfestnahme" zu bauen. Dies kann heute gewissermaßen das Internet übernehmen. Die aufgenommenen Bilder vom gescannten Auge kann jeder UserIn online weiter verfolgen und mit eigenen Worten und Sätzen weiterdeuten und das Ganze wiederum in die Installation einspeisen. Im graphischen Kabinett des Künstlerhauses werden außerdem wie in einem Presbyterium täglich etliche Fotoausdrücke aufbewahrt und zu einer Augengalerie montiert, die erst zum Ausstellungsschluß vollendet sein wird. Und dann wird es vielleicht klar, ob man bereits infolge dieses präventiven künstlerischen Experimentes im Gedankenlesen Fortschritte erreicht hat und ob wir uns aus den Daumenschrauben der Entwicklung lösen können. "Überwachung" im Kunstbereich ist noch eine delikate und spannende Situation.

*Zitat vom virtuellen Parapsychologen Dr. Johan Svenstrom

Goschka Gawlik

Künstlerhaus Graz
8010 Graz, Burgring 4
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O.K. offenes Kulturhaus Oberösterreich, Landesgalerie Linz am OÖ Landesmuseum, Lentos Kunstmuseum Linz, Camera Austria, Galerie Ruzicska, Salzburger Kunstverein

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Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Galerie Seywald, Temporäre Kunsthalle Berlin, Liechtenstein Museum

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Kunstmuseum Luzern, Christine König Galerie, public space Vienna, Tiroler Künstlerschaft

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Museum Kunst Palast, Galerie White 8, Manifesta, Brot Kunsthalle

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Thyssen-Bornemisza Art Contemporary T-B A21, Hofmobiliendepot, Kunstraum Niederoesterreich, Albertina

English summary,
Deichtorhallen, Museum für Völkerkunde, Alte Pinakothek, Museum Liaunig

 

 


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