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Historische Waffen & Militaria

Olga Kronsteiner, 20.10.03

Für viele ist es umstritten antike Waffen zu handeln oder zu sammeln. Dabei sind Militaria weit mehr als schnödes Kriegsgerät - denn mit ihnen wurde, im tatsächlichen Sinne des Wortes, Geschichte gestaltet. Die Entwicklung der Waffentechnik begleitet die gesamte Menschheitsgeschichte und im Prinzip sind der Faustkeil und die via Laser gesteuerte Präzisionsbombe durch eine kontinuierliche Kette technischer Verbesserungen miteinander verbunden. Waffen können trotz aller Kritik als Produkte menschlicher Erfindungsgabe nicht ignoriert werden. Dank engagierter Sammler entstehen weltweit umfangreiche Kollektionen, in denen ganze Epochen der Militär- oder Jagd-Historie dokumentiert werden.

Geschichte der Feuerwaffen
Keiner weiß genau, wann, wo und wie die Entwicklung der Feuerwaffen wirklich begann. Überliefert ist wohl, dass die Chinesen bereits im 11. Jahrhundert die Zusammensetzung dessen, was heute allgemein als Schwarzpulver oder Schießpulver bekannt ist, fanden; allerdings verwendeten sie das Pulver damals vornehmlich zur Produktion von Feuerwerksartikeln. Die grundsätzlichen Bestandteile von Schwarzpulver sind 75 Prozent Salpeter, 15 Prozent Schwefel und 10 Prozent Holzkohle. Irgendwann entdeckte jemand, dass Geschoße durch den Abbrand dieses Pulvers durch ein hinten geschlossenes Rohr katapultiert werden konnten: Das war die Geburtsstunde der Feuerwaffe. Das Grundprinzip der Feuerwaffentechnik hat sich seitdem eigentlich nicht geändert.

Am Beginn waren die Techniken sehr primitiv. Ein eisernes Rohr wurde an einem Ende zugeschmiedet. Dann bohrte man ein kleines Loch in den Bereich der Zuschmiedung, dies war das Zündloch. Man lud das Schießpulver von oben her ins Rohr. Dann wurde das Geschoß - zuerst aus Stein oder Eisen, später aus Blei - auf das Pulver gedrückt. Sobald das Geschoß (damals stets rund und daher "Kugel" genannt) gesetzt war, war die Waffe feuerbereit. Zur Zündung des Pulvers durchs Zündloch, dessen Abbrandgasdruck dann die Kugel aus dem Lauf schleuderte, benötigte man eine Feuerquelle. Diese bestand zunächst aus glühender Asche oder glühenden Holzteilen. Dann wurden diese durch eine ständig glimmende Lunte ersetzt. Das Zündloch wurde mit Zündkraut und Schießpulver gefüllt. Dadurch, dass man die Feuerquelle an das Zündloch brachte, entzündete das Zündkraut durch das Zündloch die eigentliche Pulverladung im Rohr. Allerdings brauchte man in den Anfängen der Waffengeschichte dazu viel Zeit; trocken und windlos musste es sein, damit man die Waffe überhaupt zünden konnte und auch war das Treffen zumeist eher ein Glücks- denn eine Könnenssache.

Sammelgebiet Militaria
"Militaria" leitet sich vom lateinischen "miles" = Soldat ab und bezieht sich damit auf das Sammeln von Sammelobjekten, die den erweiterten Themenbereich "Soldaten" und "Militär" umfassen: Ausrüstung, Uniformen, Rüstungen, alte Waffen, Kanonen, sogar alte Panzer und Flugzeuge, Orden und Abzeichen aber auch Zeitdokumente wie militärische Bücher, Vorschriften, Bilder, Grafiken, Zinnfiguren, Regimentsgeschenke, Fahnen, Gegenstände bedeutender militärischer Personen. So kann man z.B. im Militärmuseum in Paris sogar einen ausgestopften Araberhengst Napoleons bewundern, der den schrecklichen Russlandfeldzug 1812 überlebt hatte.

Sammelgebiet Waffen
Das Sammeln von Waffen kann nach sachlichen (1), geografischen (2) oder nach zeitlichen (3) Kriterien erfolgen:
(1) hier wiederum nach Bauformen (Langwaffe, Kurzwaffe), nach technischen Merkmalen (Kaliber, Ladesystem, Magazinsystem, Verschlußsystem, Lauflänge, Visierung, Gravur, Schaftverschneidung, Zündsystem), nach Verwendungszweck (Jagdwaffe, Zivilwaffe, Militärwaffe, Sportwaffe, Prunkwaffe, Präsentwaffe, Meisterstück, Deliktwaffe) oder nach Herstellern (Mauser, Walther, Sauer & Sohn, Erma, Colt, S&W, Remington, Winchester, Beretta, Ferlacher Hersteller).
(2) nach Verwendungsgebiet (Amerikanischer Westen, Vorderer Orient, Asien, Europa, England, Frankreich, ehemaliger Ostblock etc.) oder nach Herstellregion (Lüttich, Brescia, Suhl/Zella-Mehlis, Schmalkalden, Birmingham)
(3) sowie zeitlich nach Epochen (US-Pionierzeit, 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Kolonialkriege, Balkankriege, Koreakrieg, Indochinakrieg).

"Führerschein" zum Waffensammeln
Waffen sind und bleiben gefährliche Gegenstände, deren Besitz gesetzlich geregelt und begrenzt ist. Sammeln bedeutet auch in dieser Sparte mehr das Erhalten und Bewahren von Kulturgütern als das Horten von Kriegsgerät zur späteren Verwendung.
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind regional unterschiedlich. In Deutschland kann man bei der zuständigen Behörde beispielsweise einen Sammelpass (Subkategorie der Waffenbesitzkarte) beantragen; in Österreich wird ganz allgemein zumindest die Waffenbesitzkarte benötigt (berechtigt nur zum Besitz der Waffe, Verwendung nur auf einem offiziellen Schießstand) oder der Waffenpass (berechtigt zum Tragen geladener Waffen).
"Ohne diesem behördlichen Nachweis, wird niemandem eine Waffe ausgehändigt", versichert Gerhard Weixelbraun, Waffenexperte im Dorotheum. Auch für ausländische Käufer gilt diese Regelung, wobei zudem ein Importzertifikat vorgelegt werden muss und das Dorotheum im Anschluss daran die Ausfuhrgenehmigung bei den österreichischen Behörden beantragt.

Markt
Für Militaria und/oder Waffen kann man wie für jedes Sammelgebiet auch, sowohl mit hohen als auch mit niedrigen Summen einsteigen. Das reicht vom günstigen, ersten Gewehr für einen Jungjäger, über historisch bedeutende technische Errungenschaften bis zu wertvollsten, individuell angefertigten Stücken: wegen der exquisiten Maserung des Schaftes, der Einlegearbeiten aus Horn und Elfenbein, der kunstvoll ziselierten Beschläge aus Edelmetallen. Solche Geschenkwaffen, mit deren Austausch Staatsoberhäupter ihre gegenseitige Wertschätzung ausdrückten, erzielen Spitzenprise. Den Rekord hält hier ein bei Christies erzieltes Ergebnis für ein Paar Steinschloss-Pistolen: das 1775 von Jacob Walster in Saarbrücken angefertigte Paar stammte aus dem Besitz von George Washington, der es als Anerkennung vom Marquis de Lafayette erhielt - ein Sammler zahlte dafür zwei Millionen US-Dollar. Rüstungen sind - obwohl ebenfalls selten - weit günstiger: eine im Maximilian-Stil etwa um 1520-40 gefertigte erzielte bei Christie?s South Kensington 2000 umgerechnet 36.770 Euro.

Wissenswertes zum Thema Waffen
www.sammeln.at/sammler/militaria/waffen.htm

Handel / Auktionshäuser
Antike Waffen & Militaria
www.hermann-historica.com
www.peterfiner.com
www.christies.com
www.sothebys.com
Jagd-, Sport- und Sammlerwaffen
www.dorotheum.com

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