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Der Kulturnation droht Gefahr – droht ihr??

Es rumort. Im gedeckelten Burgtheater. Angeblich das derzeit höchst subventionierte Theater der Welt. Es rumort derzeit deshalb, weil eine Vizedirektorin – vielleicht, vielleicht auch nicht - mit kreativer Buchhaltung versucht hat, den maximalen mit Qualität argumentierten Finanzansprüchen des Hauses auf die Sprünge zu helfen. Weil 46 Millionen Subvention jährlich zu wenig sind. Und eine Eigendeckung von ca. 23 Prozent eh nicht so schlecht ist – oder? Und schon droht unserer Kulturnation wieder einmal das mediale Aus. Jetzt könnte man (z.B. die Medien) sagen, es muss einfach mehr Geld her, damit die Hochkultur hochkulturell und die Normalkultur normalkulturell tätig sein können. Egal wieviel Geld man dafür benötigt. Dagegen spricht leider die Faktenlage. Österreich ist ein intensiver Sozialstaat mit einem fast schon ideologischen Gießkannenprinzip. Jeder, der was will, kriegt was – mehr oder weniger viel halt. Und da sind wir schon beim zweiten Problem. Kunst und Kultur haben keine Lobby. Das ist – aus welchen Gründen auch immer – selbst verschuldet. Kulturschaffende können z.B. Bauern und Lehrern nicht einmal ein Wässerchen reichen. Und da die Politikerinnen und Politiker von den jeweils aggressivsten Lobbys bedrängt werden – was soll da schon für die Kultur mit ihrer Nichtlobby übrigbleiben??? Aber wie auch immer – Österreich ist im Heute eine Kulturnation mit großer Vergangenheit. Ob Morgen das Heute einen Beitrag dazu leisten kann oder auch nicht, entscheidet erst das Übermorgen. Bis dahin sollte sich auch ein Burgtheaterdirektor mit kreativen Ideen nach der vermeintlich zu kurzen Kreativdecke strecken – schließlich wusste er schon im Vorhinein, dass die Finanzsituation eine prekäre ist. Und solange sich nicht alle Kunst- und Kulturinstitutionen auf ein Packl haun, werden immer die Lehrer und die Bauern gewinnen. Zumindest so lange, bis unserem Subventionsgeber endgültig das Geld ausgeht.

Ihre Meinung

3 Postings in diesem Forum
Ein Jahr lang ...
W. Stach | 27.01.2014 08:08 | antworten
... keinen Schulunterricht ("Lehrer") und ein Jahr lang kein Brot und keine Milch ("Bauern"), und es bricht das gesellschaftliche Chaos aus. Ein Jahr lang kein Burgtheater oder keine Galerie XY - wie weh tut das wem?
Hoffentlich kein Jahr lang…
Peter Kainz | 28.01.2014 10:16 | antworten
Wir sollen nicht trennen…! Ein Leben ohne kultivierter Landschaft soll nicht gehen, egal welcher Berufs/Stand dafür leistet. Humanismus ist die additive Ergebniszahl des menschlichen Vermögens- und nicht anders rum!
Postenschacher und Geldverschwendung
Hans Horch | 29.01.2014 12:33 | antworten
Wenn einfach Posten "erfunden" werden z.b um einer unhaltbaren Person einen netten Posten als Künstlerische Mitarbeiterin zu schaffen, da man sie ja nicht kündigen kann weil sie ja Kontakte hat und jeden im Haus kennt, dann kamm man sich schon ausrechen warum da Geld fehlt. Kein Einzelfall. Das die Burg dem Ensemle das Geld zum Fressen vorwirft ist ja auch bekannt

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