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Sammlung verflogen - Barcelonas Streit um Kunstwerke

Julio Muñoz Ramonet war mit Immobilienspekulationen, dunklen Geschäften und geschickter Eheschließung zum Multimillionär unter dem Diktator Franco geworden. Als er vor dem Gefängnis in die Schweiz floh und dort 1991 starb, vermachte er Barcelona seinen Stadtpalast samt meisterlicher Kunstsammlung, im Gegenzug sollte die Stadt eine Stiftung gründen und seinen Namen und Nachlass pflegen. Seine vier Töchter wurden in dem Testament nicht einmal erwähnt. Sie versuchten zuerst, es zu unterschlagen und dann fochten sie es jahrelang an. Immerhin geht es um rund 500 Kunstwerke, viele darunter von Goya, El Greco, Zurbarán, Raffael, Velázquez, Rembrandt, Tizian, Monet. Da die Justiz in Spanien sehr viel Zeit braucht, haben die Schwestern diese genutzt und die Sammlung vermutlich ausgelagert. Denn im März 2012 hat der Oberste Gerichtshof nach 17-jährigem Rechtstreit zugunsten der Stadt entschieden und als die Verantwortlichen der Fundación Munoz Ramonet Ende Juli 2013 endlich das Gebäude betraten, fanden sie statt der erwarteten Meisterwerke spanische und katalanische Kunst des 21. Jahrhunderts vor. Zwei wertvolle Bilder des Nachlasses, eine „Verkündigung“ von El Greco und „Die Erscheinung der Jungfrau von der Säule“ von Francisco de Goya, befinden sich allerdings im Amtsgericht von Madrid. Sie waren Ende der neunziger Jahre bei der Rückkehr von internationalen Ausstellungen verschwunden und wurden im Frühjahr 2011 plötzlich zum Verkauf angeboten. Die Polizei stellte die Werke damals in Alicante sicher, bis sich klärte, ob die Schwestern oder die Stiftung die rechtmäßigen Besitzer seien. Nun kann die Stiftung sie übernehmen. Zwei von 500 Werken wären damit schon einmal präsent.
Mehr Texte von Clementine Kügler

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