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Christa Hauer-Fruhmann 1925 – 2013

Als Christa Hauer 1960 nach Wien kam – nach längerem Aufenthalt in den USA – und die „Galerie im Griechenbeisl“ gründete und als aus der Galerie schliesslich 1975/76 „Intakt“ wurde, da war der Anlass nicht zuletzt der, dass sie sich um Künstlerinnen bemühen wollte, ihnen Raum und Plattform geben. Damals waren in den Galerien und Kunstvereinen kaum Künstlerinnen vertreten, bestenfalls gab es die sogenannte Szene der „naiven Kunst“, die ja so naiv gar nicht war, aber als ernsthafte Künstlerinnen wurden Frauen weder gefördert noch ausgestellt. Dass sich dies geändert hat ist nicht zuletzt Christa Hauer zu danken. Und auch, als sie sich zurückzog und weitgehend nur noch in Lengenfeld lebte, war sie immer noch ein Anziehungspunkt für Künstlerinnen, die sich Rat und Mut holen wollten. Weil gar so einfach ist es ja bis heute nicht als Künstlerin – als weiblicher Künstler! – zu existieren. Christa Hauer wuchs in einem Künstlerhaus auf. Ihr Vater war der bekannte Maler Leopold Hauer (1896-1984), der auch Besitzer des Wirtshauses „Griechenbeisl“ war, das wiederum seinem Vater gehörte, der nicht nur Wirt, sondern auch ein beachtlicher Kunstsammler war. Kunst gehörte also sozusagen zum Leben der Familie, und es war beinahe selbstverständlich, dass die Tochter Kunst studieren konnte (u.a. bei Fritz Wotruba). Auch, dass Christa Hauer 1957 den Maler Johann Fruhmann (1928-1985) heiratete, passte zum familiären Programm. Der Esel schrie, der Pfau schlug ein großes buntes Rad, ein Papagei saß auf ihrer Schulter und allerlei anderes Getier lebte, fast frei, auf dem grossen Grund des Schlosses, das über und über bemalt war – ein Kunst- und Lebensort, wie man es selten sieht, in den schönen Räumen von Schloss Lengenfeld gab es eine permanente Schau von Kunst, und Sammler, aber besonders Künstler und Künstlerinnen, waren die selbstverständlichsten und aufs beste versorgten Gäste. Christa Hauer war keine einfache Persönlichkeit, sie war streitbar, wenn es darum ging eine Straße zu bekämpfen oder Projekte durchzusetzen, die ihr wichtig waren, sie bemühte sich mit ihrer eigenen Art von Interessensvertretung um Förderungen und Anerkennung von Künstlerinnen, um Hilfen in vielerlei Hinsicht und sie tat das mit sicherem Gespür für Qualität (was kaum jemals mit dem jeweiligen Geschmack und schon gar nicht mit dem schnelllebigen Zeitgeist zu tun hatte!), mit großem Elan und nicht erlahmender Energie und nicht immer zur Freude der Politiker und Beamten. Sie hat viel erreicht und sie hat ein kraftvolles geistig-künstlerisches Zeichen hinterlassen. Auch wenn es in den letzten Jahren still um sie geworden ist, ihre Gesundheit ihr zu schaffen machte und auch die Kunstszene eine andere Richtung eingeschlagen hat. Gerade jetzt, wo wir um sie trauern bemerken wir, wie sehr wir alle, Die Künstlerinnen und Vermittlerinnen, die Kunstszene im Gesamten, Christa Hauer-Fruhmann gebraucht haben, was sie ausgelöst hat und wie ihre ganz eigene so strenge wie poetische Handschrift nicht vergessen werden darf, im Gegenteil sie muss bleiben und soll nicht verlöschen.

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