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Die Weihnachtspeinlichkeit

Eigentlich wollte ich mir zu dieser Headline eine fröhliche Freude bereiten und dem Toni Mörwald all seine Kochsterne entreißen und ihm ein mcdonaldsches Gatschlaberl aufs von allen Geistern verlassene Hirn picken. Aber dann wurde es plötzlich wirklich ernst mit der Peinlichkeit. Es wurden nämlich die österreichischen "Journalisten und Journalistinnen des Jahres 2011 veröffentlicht. Da versteht man, dass u.a. Anneliese Rohrer für ihr Lebenswerk, Karim El-Gawhary für Außenpolitik, Michael Nikbakhsh für Wirtschaft und Rainer Nowak für Innenpolitik ausgezeichnet wurden. Aber welche Journalistin/welcher Journalist wurde Sieger bei der Kultur? Almuth Spiegler nicht – nur Platz 10 Wilhelm Sinkovicz nicht – Platz 5 Norbert Mayer auch nicht – Platz 4 Um Gottes Willen wer ist dann der Kulturjournalistenwunderwuzzi 2011? Kein Journalist. Sondern die stets adrett gekleidete und vornehm säuselnde Hochkulturmoderatorenlady Barbara Rett. War die Jury bei dieser Preisträgerwahl bereits betrunken? Nur einem Blackout erlegen? Opfer einer Namensverwechslung? Musste man Frau Rett einfach ein billiges Weihnachtsgeschenk machen? Wollte man alle anderen Ausgezeichneten unbedingt desavouieren? Wollte man die Berufsgruppe der Moderatoren journalistisch adeln? (Platz zwei ging übrigens an Clarissa Stadler.) Wollte man dem ORF neben der ausgezeichneten Peinlichkeit Karl Hohenlohe (in der Kategorie Unterhaltung) noch ein seriöses weibliches Gegengesicht spendieren? Was immer es war und ist – die Weihnachtspeinlichkeit 2011 ist perfekt. Möge das Christkind den Jurymitgliedern trotzdem verzeihen und die KulturjournalistInnen nicht allzu sehr peinlich berührt sein – das Jahr 2011 ist ja ohnehin bald vorbei.

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