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Das ist kein Kunststück Frau Lindner.

Den Kunst-Stücken den Garaus machen zu wollen - das ist fürs erste sicherlich kein Kraftakt. Die breite Bevölkerung wird nämlich kaum etwas davon erfahren. Denn die Kulturredakteure der Tageszeitungen hängen sich dafür sicherlich nicht allzu weit aus dem Fenster. Das brächte weder zusätzliche Leser noch Inserate. Und die Kulturredakteure des ORF hängen ganz bestimmt nicht. Wer will sich heutzutage schon einen neuen Job suchen, wenn die Willfährigkeit genügt, den jetzigen zu behalten? Warum müssen die Kunst-Stücke weg? Ist das eine Auswirkung des viel beschworenen Reformwillen der neuen Leitung? Das wäre dann schon ein bissl traurig. Und wenn jetzt auch nach zahlreichen Protesten schnell versprochen wird, dass die Kunst-Stücke ohnehin nur auf ein paar bessere Sendeplätze zerstückelt werden, dann ist Vorsicht geboten. Denn diese werden manchmal noch nachtspäter sein, als der bisherige Sendeplatz es ohnehin schon war. Und da gehen einem dann schon die Geduld aus und das Geimpfte auf. Wem also sind die Kunst-Stücke im Weg? Ihnen Frau Lindner? Sind sie zu modernistisch? Kosten Sie zu viel Geld? Ist der Bildungsauftrag abgesagt und die Quote endlich zur Hurenkönigin ernannt? Oder sind die Kunst-Stücke nur ein politisch relativ kleingeldliches Gegengeschäft? Sind sie vielleicht jemandem zu aufmüpfig? Hat sich da vielleicht sogar der Westenthaler oder so jemand ähnlicher auf der Suche nach willfährig Volkstümlichen nur irrtümlich hineingezappt? Und erkannt, dass das dort Gesehene absolut nicht in sein sensibles rechtslastig konservatives Österreichbild passt? Wie auch immer - die Verantwortlichen sollten verantwortlich und nicht kleinkrämerisch handeln. Die Kunst-Stücke sind das Öffentlichkeitsfenster u.a. für die kreativen Filmschaffenden. Diese wenigstens mit den \"Kunst-Stücken\" zu fördern, ist wahrlich nicht zu viel verlangt von einer Institution, deren qualitative Zukunft von diesen Kreativen abhängt.

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