Clementine Kügler,
Joaquín Sorolla (1863-1923) : Spanische Eindrücke
Joaquín Sorolla (1863-1923) ist wegen seiner lichten Strandszenen sehr beliebt, nicht nur in Spanien. Er erhielt zu Lebzeiten große Anerkennung und hohe Ehrungen und von Archer Milton Huntington den gewaltigen Auftrag, die Essenz der spanischen Provinzen für die Hispanic Society in New York als großformatige Wandgemälde anzulegen. 14 Leinwände hat Sorolla zwischen 1913 und 1919 gemalt, kurz darauf erlitt er eine halbseitige Lähmung und hörte auf zu arbeiten. Eingerollt wurden die „Visiones de España“ über den Atlantik geschickt. Erstmals kamen sie im November 2007 nach einer intensiven Restaurierung zur Einweihung von Valencias Kulturzentrum Bancaja nach Spanien zurück und wurden in einer Wanderausstellung in mehreren Städten gezeigt.
Jetzt hat der Prado in Madrid eine große Anthologie des valencianischen Malers und Wahl-Madriders eröffnet. 102 Bilder aus einem Gesamtwerk von 4 000 zeigen Landschaften, Porträts, Strandszenen. Dynamische Kompositionen, vitale Farben und facettenreiche Lichtreflexe tauchen selbst soziale Anliegen und puren Realismus in harmonische Erzählungen. Er blieb in spanischer Manier bei allem Impressionismus einem gewissen Naturalismus treu. Mit dem Blick des Fotografen und einer schnellen und sicheren Ausführung beherrscht der mediterrane Meister des Lichts gravitätische Porträts ebenso wie mit leichtgesetzten Pinselstrichen angedeutete Landschafts- und Blumenbildnisse oder leise Szenen aus dem Volksleben.
Neben vielen kapitalen Werken aus internationalen Museen oder Privatbesitz sind im Prado auch die 14 „Visiones de España“ zu sehen. Beim Betreten des 1. Stocks im neuen Anbau steht man sogleich vor dem 14 Meter langen „Castilla. La fiesta del pan“. Alle Leinwände sind dreieinhalb Meter hoch und zwischen 2,30 und 7,60 Meter breit; nur diese Collage verschiedener Orte Kastiliens und ihrer in Trachten gekleideter Bewohner, die Sorolla im „Fest des Brotes” vereint, hat dieses noch beeindruckendere Ausmaß. Zusammengesetzt aus sieben Leinwänden spiegelt es in Farbgebung und Aufbau die Strenge der Kastilier wider, ähnlich wie auch bei den Basken in „Guipúzcoa: los bolos“ eine gewisse Melancholie sichtbar wird.
Tanz und farbenfrohe Bewegung springen einem hingegen in den Sevilla-Szenen entgegen. Beim Fang der Thunfische (Ayamonte), dem Viehtrieb (Andalusien) oder der Wallfahrt (Galicien) vermeint man, Geräusche und Gerüche der Szenen gleich mitgeliefert zu bekommen. Trotz vieler Studien und Fotografien hat Sorolla alle Leinwände in situ gemalt. Eine Leistung, die er mit Hilfe prekärer Holzgerüste und Leitern bewältigte.
Huntingtons Ziel war es Anfang des 20. Jahrhunderts, die Kenntnis der spanische Kultur in den Vereinigten Staaten zu vertiefen. Mit Sorollas Werken, dem er übrigens völlige Freiheit in der Auswahl der Motive gelassen hatte, war eine lebendige Vermittlung gelungen – auch wenn manche Betrachter heute die intimistischen Bilder den folkloristischen Szenen vorziehen mögen: gewaltig und schön sind die Leinwände allemal.
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Joaquín Sorolla (1863-1923)
26.05. - 13.09.2009
Museo Nacional del Prado
28014 Madrid, Paseo Prado
Tel: +34 91 330 28 00
Email: museo.nacional@museodelprado.es
http://www.museodelprado.es/
Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-20h, So & Feiertage 10-19h
26.05. - 13.09.2009
Museo Nacional del Prado
28014 Madrid, Paseo Prado
Tel: +34 91 330 28 00
Email: museo.nacional@museodelprado.es
http://www.museodelprado.es/
Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-20h, So & Feiertage 10-19h
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