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Gewinn und Wert

„Gewinn ist vielleicht nicht alles, aber ohne Gewinn ist alles nichts“ Dieser ironisch klingende Satz von Mathias Döpfner vom Springer-Verlag ist von ihm sicher ganz ernst gemeint. Sonst würde die Bildzeitung nicht wie die Bildzeitung aussehen und Döpfner wäre vielleicht der Chef von der derzeit ziemlich finanzschwachen New York Times. Oder er wäre bildender Künstler, Komponist oder Schriftsteller. Also einer von der Zunft, wo brotlos durchaus Realität sein kann und Gewinn eine ziemlich fremdwortliche Träumerei. Also geht es z.B. Künstlern und Erfindern, Bauern und kleinen Landärzten nicht so sehr um einen pekunären Gewinn sondern um einen Gewinn der wahren Werte. Mit diesen ist man derzeit wahrscheinlich auch der wahre Gewinner. Damit kann man sich zwar nichts kaufen, aber zumindest hat man einen persönlichen Gewinn, der durchaus alles sein kann. Die Qualität eines Kunstwerks z.B. wird derzeit global und regional - also flächendeckend - nur in einem Wert gemessen. Im erzielten Preis. Je höher der Preis umso sicherer fühlt sich der Ersteher, dass sein erstandenes Bild ein Kunst- bzw. Meisterwerk mit Signaturgarantie ist. Und da benötigt das preislich abgesicherte Namenskunstwerk bestenfalls noch den emotionalen Mehrwert einer Jagdtrophäe Noch ein Zitat zum Schluss: „Sie (die Kunststudenten) kennen die Werte nicht, auf denen die Kunst in Wahrheit gründet. Sie kennen nicht den Wert des Versagens, den Wert der Ruine, den Wert der Niederlage, den Wert des Trotzes. Sie kennen nicht den Wert der Zeitverachtung, nicht den Kampf mit Gott, mit dem Tod, nicht die Verehrung der Engel. Solche Werte kommen nicht vor, sind nicht Thema, bestenfalls Belästigungen, und werden als Anspruch vergessen“. Es ist derzeit eine ganz gute Zeit, damit sich Künstler und Kunstvermittler, Kunstfreunde und Sammler auf diese Sätze von Markus Lüpertz besinnen.

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