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ARCOmadrid: Vielleicht besser als erwartet

Zum 28. Mal und diesmal unter dem werbeträchtigen Namen ARCOmadrid zeigen 238 Galerien – also weniger als im Vorjahr – zeitgenössische Kunst. Das Wetter ist prächtig, die Messe ist großzügig angelegt, die Galeristen sind optimistisch, die Wirtschaftskrise wird als Herausforderung begriffen. Die Qualität sei gut, eine gewisse Regulierung mache sich positiv bemerkbar, so die Madrider Veteranin Helga de Alvear. Anita Beckers aus Frankfurt bringt auf den Punkt, was auch andere denken: ihre Sammler spekulierten nicht, also bleiben sie jetzt auch nicht fort, und die kreative Neugierde ist auf der Arco zu spüren. Es läuft langsamer an, aber es läuft. Von vornherein hatten sich weniger Galerien beworben als in den Vorjahren, dann sprangen noch einige ab. Trotz Nachrückern wurden die Gänge verbreitert, das erleichtert das Flanieren und erlaubt distanzierte Blicke auf die Großformate, mit der viele Aussteller locken. Das teuerste Werk ist ein mittelgroßes Bild von Francis Bacon, „Study of the Human Body“ (Marlborough, 15,7 Millionen Euro). Das Gros bewegt sich aber deutlich unterhalb der Millionengrenze. Thaddaeus Ropac (Salzburg/Paris) setzt auf einen Baselitz von 2007 und erwartet für „Sujet Point (Remix)“ 425 000 Euro. Miquel Barceló ist mit Mischtechniken aus den neunziger Jahren vertreten: bei Jason MyCoy (650 000 US$) und bei Edward Tyler (250 000 Euro), beide aus New York zur Messe eingeflogen. Österreich ist mit insgesamt 13 Galerien auf der Arco. Bei Elisabeth & Klaus Thoman hängt ein fast fünf Meter langes Schüttbild der 19. Malaktion von Hermann Nitsch (1986, 160 000 Euro), kleine Arbeiten des Spaniers Antonio Ortega hatten sie nach kurzer Zeit bereits verkauft. Bei Salvador Díaz aus Madrid dienen zwei große hyperrealistische Schlägereien unter gepflegten Jugendlichen der polemischen russischen Gruppe AES+F als Blickfang. Die wie Malerei wirkenden gefirnissten Lambaprints von 2007 sind für 69 000 Euro zu haben. Marian Goodman (New York/Paris) zeigt Serien von Gabriel Orozco, Lothar Baumgarten und Thomas Struth (15 000 bis 150 000 US$). Guy Bärtschi aus Genf hat ein 180 mal 229 großes „The Family III“ von Marina Abramovic im Stand: sieben Mädchen aus Laos liegen mit ihren Kalaschnikows im rosa Rüschenbett (Auflage 9+2EA, 45 000 Euro). Gerold Tagwerkers Spiegelskulptur „Multiple Spy“ von 2007 erlaubt bei Llucià Homs aus Barcelona vielseitige Blickwinkel (14 000 Euro). Bei Max Estrella (Madrid) vermittelt ein überdimensionierter zerknitterter Dollarschein des jungen erfolgreichen Aktionskünstlers Javier Arce ( 9 500 Euro) den Eindruck, Geld sei nichts mehr wert. Der Eindruck täuscht: Die wertvollen Objektkompositionen des jung verstorbenen Amerikaners Jason Rhoades, die die erstmals aus London/Zürich zur Arco angereiste Galerie Hauser&Wirth anbietet, wechseln dann doch nur für 95 000 bis 250 000 US$ den Besitzer. Gastland Indien zeigt ein modernes Panorama, das sich nahtlos eingliedert in die Messe. Noch bleibt abzuwarten, wie sich außer den internationalen Sammlern die spanischen Institutionen verhalten, die ihr Budget zum Ankauf von Kunst teilweise reduziert sehen. Bei Ernst Hilger aus Wien hängt die große Leinwand „bones and all“ des Künstlerduos Asgar/Gabriel. Auf dem Bild steht der schöne Satz „Alles wird gut“.
Mehr Texte von Clementine Kügler

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ARCOmadrid
11 - 16.02.2009

ARCO
28042 Madrid, Parque de Juan Carlos 1
http://www.arco.ifema.es


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