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FIAC 2008: Keine Kunst-Krise am Kontinent

Wider erwarten lassen sich bisher auf der Fiac 2008 keine einschneidenden Geschäftseinbußen ob der Finanzkrise ausmachen. Die Eröffnungsabende im Cour Carré, dem jungen Teil der Messe im Louvre, und für die Global Player im Grand Palais gingen publikumsintensiv und festiv über die Bühne. Der gestrige erste reguläre Tag zieht – ebenfalls wie immer – viel schaubegeisterte Besucher an. Auffallend viele Einzelpräsentationen sind auszumachen: so zum Beispiel die glasierten Bronzeskulpturen der Chapmans bei White Cube, die erstmals auf der Pariser Messe anzutreffen sind, ab 210.000€, nebenan Christopher Wool bei Luhring Augustine, sehr hübsch der Karen Kilimnik-Stand in babyblau bei 303, Rodney Graham bei Donald Young, Wilhelm Sasnal bei Sadie Coles, die nach letztjähriger Abwesenheit wieder anzutreffen ist. Erstmals auf der Fiac sind außerdem Christian Nagel und Bob van Orsouw aus Zürich. Und die Verkäufe laufen: bei Marian Goodman freut man sich über den Verkauf einer Zusammenarbeit Boltanski & Messenger aus dem Jahr 1975, die erstmals gezeigt wurde und am ersten Abend für rund 200.000€ an einen französischen Sammler ging. Pariser Platzhirsche wie Anne de Villepoix oder im Cour Carré bei Loevenbruck, die ein Potpourri ihrer Künstler zeigen, berichten über ausverkaufte Stände. Die französischen Sammler scheinen auf Kunstinvestment in krise-gebeutelten Börse-Zeiten zu setzen. Weniger Zufriedenheit herrscht hingegen bei den nicht-französischen Galerien: so klagt beispielsweise die Basler Galerie Nicolas Krupp, die bereits das fünfte Mal bei der Fiac dabei ist, über sehr schleppende Geschäfte. Aber auch das ist nicht neu, sondern eher die Regel bei dieser Messe. Die italienische Galerie Perugi Arte Contemporanea, ebenfalls schon Fiac-erfahren, reagiert auf diesen Umstand dieses Jahr mit kleinstformatigen Malereien (10x10cm) des kanadischen Kunsttrios „The Royal Art Lodge“ , die schon ab 700€ zu erwerben sind. Der Besitzerwechsel funktioniert angesichts so moderater Preise. Die Galerie Mezzanin, die erstmals im Louvre präsent ist, setzt ebenfalls ein ungewöhnliches Statement mit einer Einzelpräsentation von Christian Mayer: er zeigt eine konzeptuelle Arbeit, in der französische Tapeten des 19. Jahrhunderts den Ausgangspunkt bilden. Layr-Wüstenhagen, mittlerweile schon alte Hasen in der französischen Metropole, goutieren die terminliche Nähe zwischen Frieze und Fiac und begrüßen internationale Sammler, denen das Messe-Hopping gelegen kommt. Am Sonntag wartet die ehrwürdige italienische Galleria Continua noch mit besonderem Programm auf: sie organisiert eine Landpartie zu ihrem mehrere tausend Quadratmeter umfassenden Ausstellungshaus „Le Moulin“, eine Stunde von Paris entfernt: hier zeigt sie gemeinsam mit Kollegen (Hauser+Wirth, Chantal Crousel, Galerie Krinzinger und Kamel Mennour) „a new exhibition-experience“. Krise sieht anders aus.
Mehr Texte von Ana Berlin

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FIAC 2008
23 - 26.10.2008

FIAC
75000 Paris, Grand Palais
http://www.fiacparis.com

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