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Die Kurzfristigkeitswirtschaftswunderkulturhauptstadt

Salzburg ist wieder einmal der Mediennabel der Welt. Die Getreidegasse wird Hindernislaufstrecke, die Domplatzheiligen schauen zu, wie Jedermann stirbt, die PolitikerInnen strahlen ihre Kulturerregung in die Menge der geladenen Gäste und die KulturveranstalterInnen wimmern nach Geld und Geld und noch mehr Geld. Und die Kulturministerin ruft den Politikern - also auch sich selber - zu: "Für die heutigen und kommenden Herausforderungen investieren wir zu wenig Geld und Mut. Noch haben wir Zeit, die Dunkelheit in unserer Gesellschaft durch eine Fackel für mehr Bildung und Kultur zu beseitigen". Und da der Pathos noch nicht genug trieft, schiebt sie nach: "Ich werde in meinen Bemühungen beharrlich darin bleiben, diese Mauern - im Sinne der Kultur und der Bildung unseres Landes - zu überwinden". Jetzt kann sie ja, da sie nicht mehr Geld hat als sie hat, relativ leicht in den edelgesellschaftlichen Eröffnungsrummel hinein appellieren. Die Salzburger Festspiele knabbern angeblich und wahrscheinlich auch wirklich am Hungertuch. Möge also die Frage erlaubt sein, was das den Kulturetat noch angeht. 225,000.000,00 Euro fließen in die Kassen der Salzburger Wirtschaft. 15 Millionen beträgt die seit Jahren gedeckelte Subvention. Vielleicht könnte endlich das Wirtschaftsministerium diese regionale Cashcow an den finanziellen Überlebenstropf hängen. Denn diese so genannte Hochkultursveranstaltung wird ohnehin nur mehr zum vergleichslos gehypten Wirtschaftlichkeitsevent der Sonderklasse missbraucht. Also sollte man den bemühten Intendanten und Künstlern auch genügend Geld zur Verfügung stellen, damit dieses Festival auch in Zukunft seine diversen Nutznießer ernährt. Aber bitte nicht mehr mit Geld aus dem Kulturetat.

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