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Anzengruber Biennale 2007: Anzengruber revisited

Kontakte und das berühmte Netzwerk sind essentiell, auch in der Kunstszenerie. Und was im Wien der Jahrhundertwende einst das Kaffeehaus, ist heute das Beisl und die Bar, je nach Tageszeit und Bedürfnis. Ein künstlerisches Epizentrum braucht denn nebst Museen und Galerien, das Gasthaus als Sammelpunkt. In Kombination finden wir das seit einigen Jahren auch im 4. Bezirk, respektive der Schleifmühlgasse. Was zum Fixpunkt, zur gastronomischen "Institution" wird, lebt von Kontinuität. Im Falle des "Anzengruber" ist es seit Jahrzehnten der generationenübergreifende Familienbetrieb. Dem haftet mitunter aber eine gewisse Form der Unveränderbarkeit an. Umso erfreulicher nun die letztwöchige Initiative von Christian Kobald, Verena Kaspar, Flora Neuwirth, Stefan Sandner und Rita Vitorelli mit einer "Anzengruber Biennale". Als selbstironischer Verweis auf die weltweit gut funktionierenden Ausstellungstätigkeiten in Superlativen gab man sich kurz und bündig drei Tage die Ehre. Wie bei den großen "gatherings" stand der Höhepunkt am Anfang mit gelungenem Eröffnungsabend. Kuratorische Auswahl der 40 teilnehmenden KünstlerInnen ergab gewissermaßen das Schneeballprinzip: allesamt Gäste des Anzengrubers - seit vielen Jahren oder auch immer wieder Mal ausländische Freunde auf der Durchreise; das ergab eine prominente Liste heimischer und internationaler Kunstschaffender von Darren Almond bis Otto Zitko. Zu sehen gab es Malerei von Marco Lulic, Neues von Richard Hoeck und Rita Vitorelli, subversive Postkarten von Helmut Kandl, eine treffende Fotoarbeit von Misha Stroj, sich bestens ins Lokal integrierende Objekte von Anita Leisz und Hans Schabus, kunstvoll geformte Staniolpapier-Figuren von Roman Ondak und vieles mehr. Insgesamt eine charmante und gelungene Angelegenheit, wenn auch mit handelsüblichen Vorbehalten wenn Ausstellungen im nicht ausschließlich kunstkonnotierten Raum passieren: "lieber keine neuen Nägel in die Wand schlagen", und kein zu großer Aufwand ob der Kunst-Produktion, man weiss ja nie ob und in welchem Zustand man sie wiedersieht. In jedem Fall soll die Sache fortgesetzt werden: vielleicht schon im nächsten Jahr als "Anzengruber Annuale".
Mehr Texte von Ana Berlin

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Anzengruber Biennale 2007
21 - 23.06.2007

Café Anzengruber
1040 Wien, Schleifmühlgasse 19

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