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Wahrscheinlich hab ich mich geirrt.

Über Klaus Albrecht Schröder. Seine Konsequenz des an der Mutter aller grafischen Sammlungen Hinwegagierens macht vielleicht mehr Sinn, als ich anfangs wahrhaben wollte. Aber so nach und nach verblassen seine Arroganz und Eitelkeit hinter guten und immer besseren Ausstellungen. Das was er macht, ist ganz etwas anderes, als viele erwartet haben. Aber in unserer Eventkulturzeit in der er das macht, was er macht, macht er wahrscheinlich das richtigere, als wenn er das machen würde, was der Institution eigentlich entspräche. Gut, ein Moderne-Museum haben wir schon. Und das Belvedere auch. Aber haben wir ein Museum mit internationaler klassischer Moderne? Mit Konsequenz und Sendungsbewusstsein arbeitet K.A. Schröder daran. Und aus Mangel an Ankaufsbudget ist im sichtlich vieles recht, um für Wien ein Museum klassischer Moderne - mit welchen Versprechungen und Zusagen an Privatsammlungen auch immer - zusammenzuorganisieren. Er ist der Direktor. Auf eine gewisse Zeit. Und wenn all die hoch qualitativen Dauerleihgaben, die er jetzt in die Albertina bringt, nicht nur an seine Person gebunden sind, sondern davon unabhängig für längere Zeit in der Albertina ausgestellt bleiben, dann haben wir demnächst ein neues spartenübergreifendes Museum der Moderne, um das uns viele beneiden werden. Aber für alle, die sich nach der "alten" Albertina sehnen, bleibt ein kleiner Trost: Schröder ist nicht ewig Direktor. Und Dauerleihgaben haben, wie schon einige Beispiele gezeigt haben, durchaus ihre Endlichkeiten. Und der Kunstzeitgeist wird sich auch wandeln. Vielleicht sogar in Richtung Grafik. Und wenn dies dann ein zukünftiger Direktor auch erkennt, kann er ja aus der "neuen" wieder die "alte" Albertina machen.

Ihre Meinung

1 Posting in diesem Forum
Albertina, eine wissenschaftliche Institution?
artrat | 05.06.2007 11:55 | antworten
Na, seit wann ist die Nobilitierung privater Sammlungen eine öffentliche - und aus öffentlichen Mitteln finanzierte Aufgabe?

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