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Als das Beten noch geholfen hat

Carl Spitzweg ist bekannt als liebevoller Schilderer skurriler Sonderling und augenzwinkernder Sittenbildner des Biedermeier. Dabei war er ebenso ein tiefreligiöser Mensch. Diese Seite des Künstlers kommt in den innigen Darstellungen seiner alpenländischen Mitmenschen zum Tragen, etwa in der "Waldandacht", die bei Lempertz in der Auktion "Alte Kunst" am 19. Mai in Köln mit einer Taxe von 400.000 bis 450.000 Euro zum Aufruf kommt (Lot 166). Die ehemals überwältigende Erhabene Landschaft der vorhergegangenen Künstlergeneration ist dabei zu biedermeierlichem Wohnzimmerformat geschrumpft; das steile Hochrechteck lässt die betende Bäuerin mit ihrem Stöpselhut vor einer kleinen Kapelle in der freundlich begrünten Schlucht zwar immer noch statistenhaft klein erscheinen. Der Schrecken einer überwältigenden Natur ist jedoch der friedlichen Koexistenz aller Teile der göttlichen Schöpfung gewichen. Fast vermeint der Betrachter, das friedliche Plätschern der gebändigten Quelle im Vordergrund zu hören. Am liebsten möchte man seine Wanderschuhe schnüren und sich auf die Suche nach diesem Ort der Ruhe und des Friedens machen. Auktion: 19. Mai 2007, ab 10.30 Uhr

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