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ARCO 2007: Auf den Punkt gebracht

Die in Madrid stattfindende Arco gilt bislang als die bestbesuchte Kunstmesse der Welt. Sie wird aber auch als Marktplatz immer attraktiver. Vor 26 Jahren gegründet, um die zeitgenössische Kunst zu fördern, ist sie ein internationaler Magnet geworden, der dank institutioneller Hilfe und guter Verkaufszahlen Galeristen und Sammler anlockt. Der ursprünglich auch erzieherische Charakter, die Kunst sozusagen unters Volk zu bringen, wozu niedrige Eintrittspreise und Podiumsdiskussionen beitrugen, und ein großes Rahmenprogramm, tritt inzwischen hinter den Kommerz zurück. Auf der Messe soll verkauft werden, deshalb bleibt das Fachpublikum zweieinhalb Tage unter sich, um in Ruhe das Angebot der 187 ausländischen und 84 spanischen Galerien auszuloten. Etwa zwanzig Prozent der Werke dürfen der klassischen Moderne angehören, das Gros stammt aus der jüngsten Zeit. Viel Skulptur, großformatige Fotografie und wandfüllende Malerei bietet ein relativ gleichmäßiges hohes Niveau. Renommierte Galerien wie Pace Wildenstein sind in diesem Jahr nach längerer Abwesenheit wieder dabei, erstmals kommt Kicken aus Berlin und zeigt qualitätsvolle Fotografie von Becher-Schülern. Mit deutschen Künstlern lässt sich gut handeln. Sie finden sich auch in spanischen Galerien, Pepe Cobo aus Madrid hat Balkenhols 70 Zentimeter kleinen "Mann mit rotem Hemd und schwarzer Hose", in den ersten Wochen dieses Jahres geschnitzt, nach wenigen Stunden verkauft (30 000 Euro), die Madrider Galerie Juana de Aizpuru bietet ein Unikat von Tillmans an (40 000 Euro) und Bilder Albert Oehlens (320 000 Euro). Erschwingliche Werke junger Künstler zeigt die Galerie Ferran Cano aus Palma und Barcelona. Die fotorealistisch bemalten, im Raum stehenden Holzsilhouetten, die das kanarische Künstlerduo Martin y Sicilia als Boxer in den "Stand" schickt, sind für 2500 Euro zu haben (Dreier-Auflage) und in einer Auflage bereits an New Yorker Galerie verkauft. Gesellschaftskritik zeigt sich wohlbehütet, bei Helga de Alvear etwa liegt Santiago Sierras Weißgold-Diamant-Collier in einer Vitrine: "Diamond Traffic Kills" steht da angefertigt aus Diamanten von Chus Burés, und wer 30 000 Euro zahlt (Auflage 8), darf das Schmuckstück mit sich nehmen. Und da wir beim Anfertigen sind: Auffällig präsentiert sich die Einzelschau mit Werken von Damien Hirst, die die mexikanische Galerie Hilario Galguera ausrichtet. Sie lockt mit einer haushohen Figur, wie sie in kleinem Format für anatomische Klassen verwendet wird. Hirsts Kabinett mit Vitrinen und Tierskeletten ist für fünf Millionen Euro noch zu haben, seine Spot-Paintings oder Punktbilder sind bei Preisen zwischen 300 000 und 700 000 Dollar alle schon an Sammler verkauft. Die parallel stattfindende "Art Madrid" zeichnet sich in ihrer Qualität als Ergänzung aus. Fraglich ist, ob die Besucher nach den 23 000 Quadratmetern Arco noch Kraft haben, die Galerien im alten Messegelände Casa de Campo am anderen Ende der Stadt zu besichtigen.
Mehr Texte von Clementine Kügler

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ARCO 2007
15 - 19.02.2007

ARCO
28042 Madrid, Parque de Juan Carlos 1
http://www.arco.ifema.es


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