Werbung
,

Los Angeles 1955-1985: L.A. Confidential

Ganz entgegen der Stimmung der letzten Jahre, steht die USA, und hier insbesondere die Westküste, in Frankreich wieder hoch im Kurs, zumindest gemessen am Pariser Ausstellungsbetrieb. Wenn schon sonst nicht, scheint sich diesbezüglich Tauwetter einzustellen: so beglücken derzeit gleich mehrere Museen und Galerien mit Californian Lifestyle: Allen Ruppersberg und Guy de Cointet werden in der Galerie Air de Paris, Mike Kelley bei Ghislaine Hussenot, Fotoarbeiten von Ed Ruscha im Ausstellungshaus Jeu de Paume und allen voran eine große Retrospektive Los Angeles 1955-85 im Centre Pompidou, gezeigt. Die Künstlerhauptstadt im Centre Die zeitliche Begrenzung begründet Kuratorin Catherine Grenier mit einer einigermaßen in sich geschlossenen Szene, die sich nicht an punktuelle Ereignisse knüpfen lässt, sondern fließend mit der Migration der Kunstszene von San Francisco nach L.A. Mitte der 50iger Jahre einsetzte. Das Limit Mitte der 80iger Jahre wiederum stellt den Anfang einer neuen Phase, in der sich der Kunstbetrieb allgemein professionalisiert und internationalisiert und somit ein Way of Life sich nicht an länger an einem Territorium festmachen lässt. Dieser Rahmen mag vage klingen, als Kontext für die Ausstellung ist er schlüssig transportiert. Die "naissance dune capitale artistique" (so der Untertitel der Ausstellung) organisiert sich in verschiedenen methodischen Richtungen: Light&Space bestreiten Robert Irwin und James Turrell (und alle Wiener mögen sich an dieser Stelle privilegiert fühlen, bei dem allnächtlichen Lichtschauspiel am MAK, hier ist nur ein kleines "projection piece" zu sehen), Pop u.a. mit Ed Ruscha, David Hockney und John Baldessari, Performance naturgemäß mit Allen Kaprow, Chris Burden, aber auch weniger oft Gesehenes wie zum Beispiel von Rachel Rosenthal und Miriam Schapiro. Dann finden sich originelle Kapiteln wie Finish Fetish und der LA Look mit bunt aufpolierten Skulpturen von John McCracken und minimalistischen Glaskuben von Larry Bell oder die Sektion Counter Culture mit Arbeiten wie Eleaonor Antins "100 Boots", oder Barbara T. Smiths performativen Installationen - im Ganzen sind 85 KünstlerInnen mit 350 Arbeiten vertreten. Die kundigen Westcost-Amerikaner sagen "nur 85" und "Parisian perspective" zur vorgestellten KünstlerInnen-Auswahl, wir aber finden: das Aufgeräumte der Präsentation dient der Übersicht und auch wenn ein guter Teil der Arbeiten in anderem Zusammenhang bekannt sind, löst die Ausstellung doch ein, was sie verspricht: Flair. Ebenfalls empfohlen sei die dazu erschienene Publikation: Chronologisch gelistet, inklusive Timeline mit kulturellen und historischen Begebenheiten und vielen Abbildungen, arbeitet der Katalog auf fast 400 Seiten, mit Texten und Statements aus der Zeit, die L.A. Szenerie nochmals verdichtet auf.
Mehr Texte von Ana Berlin

Werbung
Werbung
Werbung

Gratis aber wertvoll!
Ihnen ist eine unabhängige, engagierte Kunstkritik etwas wert? Dann unterstützen Sie das artmagazine mit einem Betrag Ihrer Wahl. Egal ob einmalig oder regelmäßig, Ihren Beitrag verwenden wir zum Ausbau der Redaktion, um noch umfangreicher über Ausstellungen und die Kunstszene zu berichten.
Kunst braucht Kritik!
Ja ich will

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung

Los Angeles 1955-1985
08.03. - 17.07.2006

Centre Pompidou
75191 Paris, Paris cedex 04
Tel: +33 (1) 44 78 12 33
http://www.centrepompidou.fr
Öffnungszeiten: täglich von 11.00 bis 21.00 Uhr

Ihre Meinung

Noch kein Posting in diesem Forum

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2026 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: