Ana Berlin,
Fiac 2005: Formfindung
Der Messeherbst ist da. Im Anschluss an Berlin und 15 Tage vor Frieze in London, findet die 32. Pariser Kunstmesse von 6.-10.Oktober in den bewährten Hallen 4 und 5.1 am Porte de Versailles statt. Mit neuem direktoralem Kopf, dem 39-jährigen Franzosen Martin Bethenod und unter der künstlerischen Leitung - wie schon im Vorjahr - von Jennifer Flay wird weiterhin auf Erneuerungskurs gehalten.
In ausgewogener Balance zwischen französischen und internationalen Galerien gibt es auch heuer wieder unter der Rubrik "perspectives" und "future quake" Neuerscheinungen am Galerienhimmel zu entdecken. Ebenso zeichnet sich allerdings, im Gegensatz zur Konkurrenz, die klassische Moderne und Kunst ab
45 als weiteres fixes Standbein ab (Josef Albers und Bauhaus bei Karsten Greve, Picabias, die nur als Faksimile gezeigt werden, da bis Jänner noch in der großen DADA Ausstellung im Centre Pompidou vertreten, ab 16.000 ? bei Galerie 1900-2000 oder David Hockney bei der Londoner Galerie Annely Juda Fine Arts). Dass die eingeschlagene Richtung greift und die FIAC international wieder vorne mitspielt, zeigt sich auch in der (nach Jahren der Abwesenheit) Wieder-Präsenz so wichtiger Protagonisten wie Hauser&Wirth (mit Arbeiten von Richard Jackson, ab 1.500 USD, Paul McCarthy und Jason Rhoades), der Pariser Galerie Renos Xippas, Eva Presenhuber oder Robert Miller aus New York. Eine weitere positive Koinzidenz stellt heuer das Zusammenfallen von FIAC und Fashion Week dar. Nicht nur in der Stadt selbst ist mehr los, es findet auch beim Messepublikum Niederschlag. Mode und Kunst - wie war das noch mal in Venedig: This is so contemporary! Und weil es ja ums Kaufen geht, hier einige Anregungen für jedes Budget: so kann man bereits ab 150 Euro eine als "open edition" erscheinende Fotoarbeit - formal an Walter Niedermeyer erinnernd - von Julia Christe bei der deutschen Galerie Lumas erwerben; der Slowake Roman Ondak kreiert für 850 Euro eine für den Käufer personalisierte, fiktive Interviewkonversation (als Papierarbeit), Kontakt über die Galerie gb agency in der Rue Louise Weiss; in einer Auflage von 20 vertreibt Florence Loewy das kleine Piece "Meeting Point" von Jonathan Monk um 900 Euro ; in ähnlicher Preisklasse gibt es bei layr:wüstenhagen contemporary die kontemplativen Raumansichten der jungen Österreicherin Andrea Witzmann zu kaufen. Ein wahrer Best-Seller sind auch die Fotoarbeiten der Schweizerin mit vietnamesischen Wurzeln, Loan Nguyen bei Galerie EstherWoerdehoff für 5.000 (Auflage 8). Meine persönliche "will-haben-Arbeit" ist eine mehrteilige Angelegenheit von Olaf Nicolai namens "Flame of the revolution ? flying" für 18.000 Euro, gesehen bei der Brüssler Galerie Erna Hecey.
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