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Die Geschichte vom Hochmut und vom Kleinmut

Man könnte auch sagen die Geschichte vom Schröderseipel und vom Köb. Wenn Fachfrauen und Fachmänner beschließen ein Museum leiten zu wollen, dann darf man annehmen, dass sie wissen, was sie sich einhandeln - Probleme ohne Ende. Um diese Probleme zeitaktuell zu meistern, benötigt eine Museumsdirektorin oder ein Museumsdirektor am Beginn dieses neuen Kulturjahrhunderts vor allem ein hohes Maß an Chuzpe, Selbstdarstellung und -überschätzung, Sponsoringfortune und Rücksichtslosigkeit gegenüber allen und jeden - vor allem aber gegen ihre KollegInnen. Diese Voraussetzungen erfüllen z.B. die Herren Schröder und Seipel in einem 100%igen Ausmaß. Nichts kann sie erschüttern in ihrer Selbsteinschätzung die Größten und Besten zu sein. Mit akribischer Machtbesessenheit demonstrieren sie, dass nicht der Direktor dem Museum, sondern das Museum dem Direktor zu dienen hat. Das ist also die Geschichte vom Hochmut. Und dann gibt es Museumsdirektoren wie Edelbert Köb. Ein bissl zu wenig Chuzpe, ein bissl zu wenig rücksichtslos, ein bissl zu viel jammern, ein bissl zu viel sich selbst bemitleiden. Das ist leider Kleinmut. Auch wenn Direktor Köbs Ansatz - ein Museum hat vorrangig zu sammeln und zu forschen - ziemlich sicher der richtige ist, interessiert das die Öffentlichkeit so lange nicht, so lange zwei hochmütige Konkurrenzdirektoren die Medien, die Politiker und die Sponsoren primär mit Blockbusterausstellungen blenden. Und da helfen alle Unterstützungsunterschriften für Edelbert Köb nichts. Er ist leider der richtige Direktor zur falschen Zeit. Dem Mumok kann in unserer Event-Kultur-Zeit nicht mit dem Symposium "Zukunft des Museums moderner Kunst oder Museum moderner Kunst der Zukunft?" geholfen werden, sondern nur mit einem direktorialen Großschaumschläger. So tragisch dies auch sein mag.

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