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Die unerquicklichen Profilierungsneurosen der Wiener Museumsdirektoren

Ich meine es ist schon interessant, dass sich die Herren Museumsdirektoren so selbst aufopfernd um ihre Kollegen kümmern - wo sie doch in den eigenen Häusern wahrlich genug zu tun hätten mit ihren nicht unerheblichen Problemen und Unzulänglichkeiten. Am liebsten spielen sie ja derzeit im Sandkasten der Fusionierungen. Auch gerne Synergieoptimierung genannt. Der Herr Direktor Seipel (ich verspreche ganz ganz fest, dass ich nie mehr wieder das zweite "e" vergesse) der ahnt, dass er zu keinem weiteren musealen Synergieanschluß mehr kommen wird, verkündet ziemlich überheblich "...mit einer Fusion von Leopold-Museum und der Österreichischen Galerie wäre ich einverstanden." Gott sei Dank ist er noch nicht der designierte Nachfolger seiner Ministerin. Der Herr Direktor Schröder wiederum wünscht sich ein Synergietechtelmechtel mit der Österreichischen Galerie. Allerdings wollen die zur Disposition stehenden Direktoren Leopold und Frodl weder fusioniert noch synergiert werden. Diejenigen Direktoren deren Museen und Kunstinstitutionen wegen mangelnder Publikumsmassentauglichkeit nicht übernahmegefährdet sind, wollen natürlich verbal ebenfalls ein bissl mitspielen. So konstatiert z.B. Herr Matt milde lächelnd (nachzusehen im letzten Profil) "...die Albertina hat sich unter Schröder von einem Spezialmuseum zu einem Allerweltsmuseum entwickelt". Da lächelt Herr Schröder natürlich nicht, sondern haut gleich mit dem Aburteilungsschwert in die Matt`schen Untergürtelweichteile. ..."Gerald Matt bespielt eine weit gehend unter der Wahrnehmungsschwelle sich bewegende Kunsthalle mit Ausstellungen, die in den beiden letzten Jahren von einer unbeschreiblichen Bedeutungslosigkeit waren." Wenn Helmut Qualtinger noch unter uns weilen könnte - der fußballerische Brutalitätsvergleich "Simmering/Kapfenberg" würde von ihm sofort auf das museumsintellektuelle Niveau eines Herrn Schröder gehoben werden.

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