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Mario Sala - Das Gebäude: Parallelwelt in Zürich

Es gibt Ausstellungen, die man nicht in einen Text fassen möchte, weil - obwohl große Stücke auf die Kunstkritik haltend - wir das Gefühl haben, die Beschreibung nur mit Worten, der Sache nicht gerecht wird. Der Schweizer Künstler Mario Sala inszenierte eine derartige Schau im Zürcher Helmhaus. Die Schwierigkeit besteht auch darin, dass Sala vom Alltagsgegenstand, von der Norm, dem Realen ausgeht und nur durch subtile Abweichungen, eigentlich schlichte und doch merklich lang überlegte, präzis gesetzte Interventionen irritiert. Der Teufel, die Verführung steckt im Detail. Allgemein hat man das Gefühl, es wären zumindest ein Dutzend KünstlerInnen beteiligt gewesen, so verschiedenartig gestalten sich die Sala`schen Räume. Aber genug der Metaphern und Interpretationen, das überlasse ich lieber Ihnen und beschreibe stattdessen, was man sieht. Zu Beginn betritt man einen Büroraum, mehr Altmöbelbestand als Designerware, mitunter das Mobiliar seltsam verschachtelt, ein Samtstoff zwischen zwei Teilen eingeklemmt, eine Pinwand mit Katzenbildern, Hauspantoffeln mit einem seltsamen Fleck (ist das Blut oder Kaugummi oder was?). Atmosphäre: banal normal zufällig. Umso kurioser ist es in den Nebenraum zu kommen, wo das Zusammengetragene und vermeintlich Zufällige, exakt spiegelverkehrt arrangiert ist! Anschließend ein Vortragssaal, groß, weiß gelackter Boden, Diaprojektionen von Fotos, die mit Wasserfarben bemalt, händisch manipuliert sind. Schatten, Lichtreflexe, eine Figur, Szenen, ein Plot, dann wieder nicht. Wie Alice im Wunderland fühlen Sie sich allerspätestens im Obergeschoß: eine sich in die Länge ziehende Türschnalle an einer Wand verheißt den Zugang zu Verborgenem. Ein Raum, dessen Boden mit Spiegeln gepflastert ist, ein Putzwagerl, eine Reinigungsfrau, die unbeteiligt beim Fenster hinaussieht. Außerdem ein Objekt, rund, Assoziation Asia-Trash und angebrannter Plastik-Zivilisationsmüll, kunstvoll zu Neuem kombiniert. Man steckt mitten drin im Sala`schen Kosmos. Und so geht es weiter, ein paar Schritte hinauf, die Treppe heißt "Götterquergang", steht man auf einem sich zur Mitte des Raumes hin neigenden Fläche, zentral sichtbar ein Autodach. Wir stehen also auf einem Auto, oder vielleicht Autofriedhof. Der geniale Blick auf den Zürcher See aus diesem Raum ist verdeckt durch Motorhauben, die wie Fensterläden angebracht sind. Eine kleine Figur, drei cm hoch aus Staniolpapier begegnet uns in den verschiedenen Räumen, unauffällig, aber präsent. Sala nennt sie "Drifter", ein Bindeglied, des Künstlers Alter Ego, vielleicht. Vieles hier ist bizarr, rätselhaft, angedeutet. Biografische Notiz: Mario Sala war mal Nachtwächter, vielleicht daher der Hang zum Unheimlichen. Erst seit kurzem hat Sala die Mittel und Möglichkeiten seine Welten nicht nur auf Papier bannen zu müssen, sondern zu bauen. Und das ist erst der Anfang ... hoffentlich!
Mehr Texte von Ana Berlin

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Mario Sala - Das Gebäude
26.11.2004 - 23.01.2005

Helmhaus Zürich
8001 Zürich, Limmatquai 31
Tel: +41 44 415 56 77
Email: info@helmhaus.org
http://www.helmhaus.org
Öffnungszeiten: Di-So 10-18, Do 10-20 h

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