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Vom Künstlerglück über Künstlerrisiko zum Künstlerpech.

Es ist schon schön für einen Künstler/eine Künstlerin, wenn eines Tages ein Sammler kommt und nicht nur sagt \"Sie sind der Größte\" sondern auch noch Taten folgen läßt und kauft. Nicht nur eine Arbeit, nicht mehrere, sondern viele. Da ist das Künstlerglück verständlich und perfekt. Aber schon beginnt das Künstlerrisiko. Da gibt es z.B. die mehr oder weniger neureichen justforfun-Sammler, die spekulieren sich quer durch diverse Wirtschaftsgefilde, kaufen so nebenbei Kunst, gehen pleite, (müssen) verkaufen ? meistens alles in Bausch und Bogen über ein Auktionskaus. Plötzlich sind nicht nur eine, mehrere sondern gleich viele Arbeiten von einem Künstler am Markt. Zu einem Preis zwischen lächerlich und katastrophal. Und schon sind wir beim Künstlerpech. Dann gibt?s die Spekulantensammler Marke Saatchi. Da werden sich im Sammlerruhm sonnende KünstlerInnen so lange mit Hilfe von diversen musealen Direktoriumsgehilfen und Innen zu einem irrationalen finanziellen Limit hochgepuscht. Und dann wird ganz schnell verkauft. Zum Nutzen des Spekulantensammlers ? und oft bis zum Image/Preisruin des Künstlers. Siehe z.B. Damien Hirst. Wieder ein Fall von Künstlerpech. Und dann gibt es z.B. den Sammler Marke Hans Grothe. Einer der über Jahrzehnte groß, ehrgeizig und sachverständig einkauft, eine bedeutende Sammlung aufbaut, diverse Museen mit Leihgaben ausstattet, verspricht nie zu verkaufen und plötzlich doch verkauft. Und die Künstler die es trifft ? in diesem Fall u.a. Struth, Gursky, Ruff - die haben wieder einmal Pech. Allen Genannten ist eines gemeinsam: Sie genießen das Glück/Ruhm, ignorieren das Risiko und beschuldigen Gott und die Welt nur nicht sich selbst für ihr Pech, beschimpfen den/die Sammler, bejammern diverse Journalisten so lange, bis sie die ausgenützten, armen, von nichts außer ihrer Kunst etwas verstehenden leidtragenden um ihr Künstlerglück betrogenen Künstler sind. Zumindest ab da bekommt das ganze einen unerquicklichen Beigeschmack. Zumindest ab da beginnt das wirkliche Risiko. Daß nämlich die justforfun-Kunstanhäufer lieber Weine sammeln, die kunstaufgeschlossenen Spekulantensammler bei ihren Aktien bleiben und die berufenen und ernsthaften Kunstsammler sich frustriert ihrer Kunstleidenschaft verweigern. Und das kann die Kunstszene nicht brauchen. Zumindest so lange sich der Staat diese nicht mehr leisten will oder kann, benötigen wir alle drei \"Sammlerprofile\". Das ist nun einmal das Risiko. Mit allen seinen möglichen Konsequenzen.

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