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Astoria Artshow: In der Garage brummt die Kunstmesse

Eine Kunstmesse Anfang September von der ersten Idee im Januar bis zur konkreten Organisation und Beginn der Akquise im Juni von Galerien ersonnen und organisiert? In Wien? Es gibt wahrlich weniger ambitionierte Projekte, die an solchen Voraussetzungen scheitern. Doch nach dem (teils vorläufigen?) Aus von viennacontemporary und Spark Art Fair war die Not unter den Wiener Galerien offenbar so groß, dass sie die Sache selbst in die Hand genommen haben.

Das Ergebnis ist ein voller Erfolg. Die Astoria Art Show in einer denkmalgeschützten Turmgarage setzt auf Einzelpräsentationen, ist aber nicht auf Wiener Galerien beschränkt. Ursprünglich als Vorgeschmack auf eine vollwertige Messe mit rund 40 Galerien geplant, wurden die Macher um die Galeristen Markus Peichl (Galerie Crone), Thomas Krinzinger und Maximilian Thoman vom Interesse auch aus dem Ausland fast überrannt. Über 70 Ausstellende sind zusammengekommen, einige mit mehreren Projekten. Die dank der öffentlichen Förderung und des Entgegenkommens durch den Eigentümer der Immobilie sehr geringen Teilnahmekosten von 500 bis 2.500 Euro haben dazu geführt, dass eine beeindruckende Schau zusammengekommen ist, vom etablierten Kunsthandel bis zum nur bedingt kommerziellen Projektraum, von Franz Wests brauner Ringwurst aus Aluminium für 700.000 Euro bei Wienerroither & Kohlbacher aus Wien über sehr queere Zeichnungen von Anthony Goicolea für 2.000 Euro bei Ron Mandos aus Amsterdam bis zu Editionen für ganz kleines Geld in einer eigenen Sektion.

Auf drei Ebenen wartet so manche Überraschung. Damit ist nicht nur der ausgestopfte Wolf von Mark Dion in Waldkulisse auf einem Baumarktanhänger gemeint, mit dem die Wiener Galerie Lombardi Kargl die Besucher am Eingang zum ersten Parkdeck begrüßt (80.000 Euro). Wahre Orgien an Farbe, sowohl die Intensität, als auch die Materialverwendung betreffend, bietet der Wiener Künstler David Roth bei Dürst Britt & Mayhew aus Den Haag, zum Teil in Schichten auf Stellagen übereinander gehängt. Vom handlichen DIN A4 (ab 2.000 Euro) bis zum wandfüllenden Format (20.000 Euro) ist für jeden etwas dabei. Eine rheinische Entdeckung ist der Kunstraum Rinde am Rhein aus Düsseldorf, der seine erste Messeteilnahme überhaupt bestreitet. Die in jeweils vier Farbschichten großflächig und damit fast schwarz gedruckten Fotografien alltäglicher Szenen von Ludwig Neumayr (2.300 bis 3.200, jeweils Unikate) entziehen sich einer reprografischen Wiedergabe und können sinnvoll nur am Objekt betrachtet werden.

Der Ruf des Kunstmarktplatzes Wien scheint im Ausland besser zu sein als in der Stadt selbst. Zumindest gehört eine Messeteilnahme hier etwa für Andrei Jecza aus Timișoara und Bukarest zum festen Bestandteil seines Kalenders. Max Mayer, mit seiner Galerie kürzlich von Düsseldorf nach Berlin gezogen, nimmt zum ersten Mal überhaupt an einer Messe in Wien teil, nicht nur, weil ihn die geringen Kosten locken, sondern wegen der vielfältigen Beziehungen zu Institutionen und Sammlern, die er über die Jahre aufgebaut hat. Und Mountains aus Berlin liebäugelt sogar mit einem permanenten Standbein an der Donau.

Natürlich - und das liegt nicht daran, dass Wien eben Wien ist - ruft eine solche Initiative auch Neider auf den Plan. So sollen sich einige Kunsthändler und Kunsthändlerinnen daran stoßen, dass die öffentliche Hand die Messeteilnahme einiger Kollegen "subventioniert". Mit einem sinnvollen Projekt hätten sie sich allerdings selbst beteiligen können. Aber darum ging es wahrscheinlich gar nicht. Ebensowenig wie bei der Anzeige wegen angeblich fehlender Betriebserlaubnis, die am Eröffnungstag einen kurzen Auftritt der Polizei zur Folge hatte.

Man könnte sich auch einfach nur freuen, dass eine private Initiative aus der Kunstszene mit Hilfe der Politik eine Lücke füllt, die andere Akteure fahrlässig gerissen haben. Und die teilnehmenden Galerien wie Besucher:innen der Eröffnung sind auch offensichtlich angetan vom Angebot und vom Zuspruch.

Mehr Texte von Stefan Kobel

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Astoria Artshow
10 - 13.09.2026

Astoria Garage
1080 Wien, Trautsongasse 4
https://www.astoriaartshow.com
Öffnungszeiten: Do-So 12-19 h

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