Mexikanische Heiterkeit gegen dunkle Geschichte
Im Jahr 2024 war das museum in progress mit der bereits über viele Jahre laufenden Serie der von Künstler:innen gestalteten Fahnen zu Gast in Bad Gastein (⤇ das artmagazine berichtete). Dieses Jahr ist ein weiteres wichtiges Projekt des museum in progress indirekt zur sommer.frische.kunst in Bad Gastein präsent.
Nur wenigen Menschen ist bekannt, dass es im Hotel Miramonte, das von den Mitinitiator:innen der sommer.frische.kunst Ike und Evelyn Ikrath geführt wird, eine Wandarbeit des österreichischen Künstlers Rudolf Hermann Eisenmenger gibt, die im Jahr 1953 für die Hotelbar geschaffen wurde. Eisenmenger, dessen Eiserner Vorhang in der Wiener Staatsoper jedes Jahr mit einem vom museum in progress ausgewählten Künstler / Künstlerin verhängt wird, war ein wichtiger Künstler im Nationalsozialismus und machte aus seiner Gesinnung auch kein Geheimnis. Trotzdem konnte er im Nachkriegsösterreich seine Karriere fortsetzen.
Die Idee der Verhängung von Einsenmengers Werk griffen Ike und Evelyn Ikrath auf und haben gemeinsam mit dem Straat Museum Amsterdam den mexikanischen Künstler Claudio Limón dazu eingeladen. Dieser hat für die Bar des Hotel Miramonte ein Werk entwickelt, das auf die Berg- und Wasserwelt Bad Gasteins bezugnimmt. Geprägt von seiner Heimat verwendet er traditionelle mexikanische Elemente und verbindet diese mit Popkultur und Surrealismus um Arbeiten zu schaffen, die vor allem Heiterkeit und Lebensfreude ausstrahlen sollen.
Neben der Wandverhängung sind im Speisesaal des Miramonte weitere kleinere Arbeiten Limóns zu sehen und es gibt eine Ausstellung im Haus Mimi an der Kaiser Wilhelm Promenade.
Mehr Texte von Werner Remm
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