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Herbstevent zum neuen Messekonzept für Wien ist nun fix

Jetzt ist es fix: vom 10. bis 13. September wird erstmals in Wien eine kollektiv von Galerien initiierte und organisierte Kunstmesse stattfinden. Der vor wenigen Wochen von 35 Wiener Galerien gegründete Verein VAU – Vienna Art United hat es geschafft, die Finanzierung für die „Astoria Art Show“ auf die Beine zu stellen.
Vorangegangen waren der Gründung wie bereits berichtet die Absage der Termine für 2026 der beiden internationalen Kunstmessen viennacontemporary und SPARK. Die viennacontemporary war aufgrund ihrer hohen Verbindlichkeiten gezwungen, den Betrieb ganz einzustellen, die SPARK hat nach Angaben des Betreibers 2026 nur eine Pause eingelegt und soll im Frühjahr 2027 wieder stattfinden.

Ohne eine Kunstmesse mit internationaler Beteiligung und Wahrnehmung ist der Kunststandort Wien jedoch zusätzlich zur schwierigen Wirtschaftslage und hoher Mehrwertsteuer gefährdet und so fand sich schon im März dieses Jahres eine Gruppe von Galerien zusammen, um der Messe-Misere ein Ende zu bereiten. Nicht einmal vier Monate danach haben die intensiven Gespräche mit den politisch verantwortlichen zu einem Erfolg geführt: sowohl das Kunstministerium, das bisher die viennacontemporary unterstützte, als auch die Kulturabteilung der Stadt Wien haben die finanzielle Unterstützung des Projektes zugesagt. Ausschlaggebend dafür dürfte die gezeigte Einigkeit der Galerienszene und zuletzt auch die Unterstützungserklärung von mehr als einhundert Künstler:innen (⤇ das artmagazine berichtete) für die Initiative gewesen sein.

Die nun angekündigte erste Veranstaltung des Vereins ist allerdings nicht als endgültige Lösung, sondern zur als Zwischenschritt zu verstehen, bis im Herbst 2027 dann ein entsprechender Ort für eine Messe mit rund 130 internationalen wie nationalen teilnehmenden Galerien gefunden sein soll.

Die Zwischenlösung könnte aber schon wegweisend für ein zukünftiges Messekonzept sein. Stattfinden wird die Astoria Art Show in der denkmalgeschützten Astoria Garage, ein 1918 errichtete und 1935 erweiterte Turmgarage mit sechs Etagen, einer Tankstelle und Werkstättenräumen und einer mächtigen Glaskuppel über der gewundenen Rampenauffahrt. Die Lage hinter dem Palais Auersperg, unweit des Museumsquartiers trägt ebenfalls zur Attraktivität des Ortes bei. Rund 8.000 Quadratmeter Bruttofläche sollen für den Event zur Verfügung stehen. Eine Liste der teilnehmenden Galerien soll Anfang August veröffentlicht werden, seitens des Vereins VAU spricht man aktuell von 70 auch internationalen Galerien, die bereits Interesse an der Teilnahme angemeldet haben. Das Messekonzept ist eine Mischung aus bewährten Elementen der alten Kunstmessen, sieht aber keinen klassischen Messebau vor, dieser wäre in den Garagenhallen auch nur schwer umsetzbar. Die Astoria Art Show teilt sich in vier Sektionen auf. Galerien in den Main Positions stehen rund 32m2 Fläche zur Verfügung. Die Präsentation ist auf eine:n Künstler:in und maximal fünf Werke beschränkt. Ein noch nicht genanntes Architekturbüro soll sich um die jeweilige Positionierung und Wandelemente für die Position kümmern. Die Sektion New Positions entspricht der alten ZONE1 der viennacontemporary und besteht aus regulären Flächen à 20 Quadratmetern und 7 großen Flächen à 40 Quadratmetern. Als Kuratorin für die New Positions wurde die Sammlerin Casandra Hermann gewonnen. Gezeigte Künstler:innen müssen nach dem 1. September 1986 geboren sein und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder in Österreich wohnhaft sein. Eine weitere Sektion soll Angebote mit Editionen, Publikationen und Hersteller von „kunstaffinen Produkten“ (Editionen mit hohen Auflagen, Kunstbücher und Collectibles) beherbergen. Weitere Flächen stehen für Institutionen aus dem Kunstbereich zur Verfügung.

Neu ist auch das Preissystem für die Hauptsektion und die New Positions, das sich nach der wirtschaftlichen Stärke der Teilnehmenden richtet. Kleine Galerien mit einem Jahresumsatz von weniger als 250.000 Euro zahlen einheitlich 500 €. Für mittelgroße Galerien mit einem Jahrsumsatz zwischen 250.000 und 600.000 Euro werden 1.500 € fällig und für große Galerien mit einem Jahresumsatz von mehr als 600.000 Euro kostet die Teilnahme 2.500 Euro. Die Einstufung in die jeweiligen Kategorien müssen die Galerien selbst vornehmen und die Organisator:innen vertrauen dabei auf die Solidarität der Teilnehmenden. Für den Bereich der Editionen und Collectibles werden deutlich mehr, nämlich zwischen 5.000 und 8.000 Euro fällig, Institutionen bezahlen einheitlich 1.000 Euro.

Die Auswahl der Galerien übernimmt der Vorstand des Vereins VAU – Vienna Art United. Interessent:innen haben bis zum 31. Juli Zeit, eine verbindliche Teilnahmeerklärung übermitteln. Bis zum 7. August soll dann auch die Liste der gezeigten Künstler:innen feststehen.

Gering bemessen und bewusst niederschwellig sind auch die Eintrittspreise zur Astoria Art Show. Es gibt nur ein Ticket das alle vier Messetage gültig ist und 15 Euro (ermäßigt Euro 7,50) kostet. Für Studierende ist der Eintritt frei. Am Freitag, 11. September 2026 findet auf der Dachterrasse der Astoria Garage von 20:00 Uhr bis Open End die Astoria Artnight statt und am Sonntag gibt es zum Ende der Messe noch eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Kunststandorts Wien.

Mehr Texte von Werner Remm

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