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Alte (weiße) Meister

Otto in der Albertina und Jack White in der Newport Street Gallery London

Die alten weißen Männer der Popkultur erobern die Kunstwelt. Die Prunkräume der Albertina zeigen Werke von Otto (Waalkes). Meist Zeichnungen, ein paar Gemälde, alle Otto-typisch leicht ironisch und alle in einer Weise eine Hommage an alte Meister - Erweiterungen ihrer Ideen durch seine eigenen. Im Interview für den YouTube-Kanal der Albertina meint er, Parodie sei für ihn die höchste Form der Verehrung. Diese Verehrung ist den Bildern anzusehen. Erstaunlich feinfühlig wirken seine Interventionen, und irgendwie passen sie sowohl zu ihren Originalen als auch zum Branding von Otto, der ja mittlerweile schon eigene Marke und Kulturkraftwerk geworden ist. Kunst hat er studiert, aber er tritt mit seiner Musik auch auf Festivals auf, hat Bücher geschrieben,  es gibt so ziemlich alles, was man mit seinen Maskottchen den Ottifanten bedrucken kann auch so zu kaufen.

Jack White der White Stripes hat mit Sicherheit global gesehen einen weitaus größeren kulturellen Einfluss als Otto, auf mich auch. Zu jeweils dem, wo sie herkamen, passt auch ein bisschen, wie sie sich nun in eine künstlerische Tradition einzureihen versuchen. Ein ironisches Parodieren Ottos und plumpe Versuche Jack Whites mit linkischen Hommagen eine Daseinsberechtigung dafür zu finden, dass er in Damien Hirsts Newport Street Gellery eine Einzelausstellung hat. Das Herzstück der Ausstellung ist ein rot angemalter Baum aus Kunstharz, den man von Liegestühlen aus in einem himmelblau ausgemalten Raum bewundern kann. Außer Jack White ist natürlich noch nie jemand auf die Idee gekommen einen Baum in eine Galerie zu stellen (Anselm Kiefer). Aber sonst kann man auch Möbel betrachten, die mit Designs anderer Künstler wie Maestro Damien Hirst selbst bedruckt sind. Was Jack White damit zu tun hat, weiß er glaube ich selber nicht so genau. Es fehlt dem Ganzen eine gewisse Demut vor der Kunst selber. Als Rockstar ist man es eben gewöhnt, dass ein solches Verhalten “edgy” ist. Als Comedian ist man, zumindest noch in der Zeit, in der Otto berühmt wurde, ein bisschen mehr an Zwischentöne gebunden - aber heutzutage ändert sich das ja glücklicherweise auch wieder zu ungelenker Frauenfeindlichkeit als Bühnenshow. Wie dem auch sei: Es ist nichts neues, sich selber neu erfinden zu wollen. Es ist nichts neues, seine Verbindung für Einzelausstellungen zu nutzen. Es ist aber irgendwie schon wichtig, wie man an die Sache herangeht. Sonst gilt nämlich a Jack of all trades is a master of none.

Mehr Texte von Veronika Metzger

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