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Künstler:innen für internationale Kunstmesse in Wien

Die Stadt Wien hat aktuell eine der interessantesten und lebendigsten Kunstszenen in Europa. Mit den zwei Kunstuniversitäten, einem dichten Netz an Offspaces und international renommierten Galerien und den vielen hier lebenden Künstler:innen hat sich in den letzten Jahren eine kreative Szene entwickelt, die ihresgleichen sucht. Infolge der weltweiten Krise des Kunstmarktes bekommt das System nun aber auch in Wien deutliche Risse. Dazu kommen noch eine im internationalen Vergleich hohe Mehrwertsteuer und der Verlust der beiden internationalen Kunstmessen viennacontemporary und SPARK[1].

In dieser kritischen Phase rückt die Kunstszene enger zusammen um gegenüber der Politik stärker auftreten zu können, die aufgefordert ist, die Rahmenbedingungen für den Erhalt der Kunstszene entsprechend anzupassen und gegebenenfalls auch Geld zur Verfügung zu stellen. So werden Kunstmessen wie die Arco in Madrid, die Artissima in Turin, die Art Cologne in Köln und die Art Brussels in Brüssel von den jeweiligen Städten unterstützt. Die viennacontemporary hatte z.B. aus der Kunstförderung des Bundes im Jahr 2024 90.000 Euro erhalten. Zahlen aus dem Jahr 2025 liegen noch nicht offiziell vor.

Schon vor einigen Wochen haben sich knapp vierzig Galerien zum Verein VAU - Vienna Art United zusammengeschlossen um eine neue Kunstmesse für Wien zu entwickeln, die auch international wahrgenommen wird. Für den Herbst dieses Jahres planen die Galerst:innen ein Auftaktevent, das zeitgleich mit dem Eröffnungswochenende von curated by vom 11. bis 13. September stattfinden soll.

Noch sind viele Fragen rund um die Organisationsstruktur der neuen Kunstmesse offen, doch bemüht sich der Verein intensiv um die Unterstützung seitens der Politik, und da zu allererst um Geld in Form von entsprechenden Subventionen. In Zeiten knapper öffentlicher Gelder zieren sich allerdings die verantwortlichen Stellen sowohl beim Bund als auch der Stadt Wien, fixe Zusagen zu machen.

Um die Notwendigkeit einer großen internationalen Kunstmesse für die Wiener Kunstszene zu betonen, haben sich in bis jetzt einmaliger Solidarität nun auch viele Künstler:innen zusammengefunden, und erklären ihre Unterstützung für die Pläne des Vereins VAU – Vienna Art United, um „ein klares, eindeutiges Signal für den Kunststandort Wien zu setzen“, wie es in einer veröffentlichten Unterstützungserklärung heißt.
Ausgehend von einer Initiative der Künstlerinnen Eva Schlegel und Esther Stocker ersuchen 107 Künstlerinnen und Künstler (Stand 8. Juli) „die Stadt Wien und den Bund, der geplanten Kunstmesse des Vereins „VAU Vienna Art United“ die erforderliche finanzielle Förderung zukommen zu lassen, wie sie beispielsweise auch die Buchmesse, die Programmkinos oder Qualitätsmedienerzeuger erhalten.“ Die Unterstützungserklärung wurde bereits am 8. Juli an Michael Ludwig, Bürgermeister der Stadt Wien, die Wiener Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler-Hasler, Vizekanzler und Kunstminister Andreas Babler und Theresia Niedermüller, die Leiterin der Sektion Kunst und Kultur im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport geschickt.

Ob das gemeinsame Auftreten von Künstler:innen und Galerist:innen die politisch Verantwortlichen überzeugen kann, rasch und möglichst unbürokratisch zu handeln werden die weiteren Gespräche zeigen. Künstler:innen die sich der Unterstützungserklärung anschließen wollen können dies mit einem E-Mail an Eva Schlegel noch tun: office@evaschlegel.com

Die Liste der bisherigen Unterstützer:innen:
Assunta Abd El Azim Mohamed, Elisa Alberti, Eduard Angeli, Julia Avramidis, Alfredo Barsuglia, Renate Bertlmann, Anna Maria Bogner, Julia Bornfeld, Gilbert Bretterbauer, Ernst Caramelle, Theres Cassini, Adriana Czernin, Elisabeth Czihak, Estate Gunter Damisch, Katrina Daschner, Carola Dertnig, Werner Feiersinger, Thomas Feuerstein, Thomas Gaenszler, Julia Gaisbacher, Sonja Gangl, Vasilena Gankovska, Nikolaus Gansterer, Jakob Gasteiger, Marcus Geiger, Christine Gironcoli, Simon Goritschnig, Sofia Goscinski, Manfred Gruebl, Alexandra Gschiel, Miriam Hamann, Markus Hanakam, Anna Heindl, Marc Henry, Matthias Herrmann, Sophie Hirsch, Kathi Hofer, Christine Hohenbüchler, Irene Hohenbüchler, Herta Hurnaus, Christian Hutzinger, Eva Jurkova, Gerhard Kaiser, Gudrun Kampl, Herwig Kempinger, Soli Kiani, Jakob Lena Knebl, Sebastian Koch, Zenita Komad, Estate Brigitte Kowanz, Angelika Krinzinger, Alina Kunitsyna, Hans Kupelwieser, Claudia Larcher, Andi Leikauf, Sonia Leimer, Bernhard Leitner, Xenia Lesniewski, Rosmarie Lukasser, Felix Malnig, Anna Meyer, Rudi Molacek, Alois Mosbacher, Ulrike Müller, Erik Niedling, Fritz Panzer, Sophie Louise Passow, Fabian Erik Patzak, Liesl Raff, Thomas Reinhold, Werner Reiterer, Stefan Reiterer, Frenzi Rigling, Almut Rink, Elisabeth Samsonow, Peter Sandbichler, Stefan Sandner, Hans Schabus, Hubert Scheibl, Ashley Hans Scheirl, Meina Schellander, Eva Schlegel, Toni Schmale, Johann Schmied, Gabriele Schöne, Nora Schöpfer, Roswitha Schuller, Esther Stocker, Konstanze Stoiber, Thomas Suppa, Florian Tanzer, Huda Takriti, Sofie Thorsen, Jenni Tischer, Sophie Thun, Marianne Vlaschits, Walter Vopava, Maja Vukoje, Manfred Wakolbinger, Martin Walde, Christoph Weber, Hans Weigand, Markus Wilfling, Rainer Wölzl, Otto Zitko, Heimo Zobernig, Leo Zogmayer

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[1] Die SPARK hat mittlerweile einen Termin für 2027 bekanntgegeben. Sie wird vom 18. bis 21. März in der Marx Halle stattfinden

Mehr Texte von Werner Remm

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