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Kunsthalle Wien Preis 2026 geht an Lotti Brockmann und Valentino Skarwan

Für den diesjährigen Preis begutachteten die Jurys Diplomarbeiten aus dem Institut für bildende Kunst an der Akademie sowie dem Institut für bildende und mediale Kunst der Angewandten. Über 100 Absolvent_innen reichten ihre Arbeiten ein. Zwei Künstler_innen wurden für eine gemeinsame Ausstellung in der Kunsthalle Wien ab Dezember 2026 ausgewählt:

Lotti Brockmann studierte Kunst und Raum | Raumstrategien und Skulptur an der Akademie der bildenden Künste Wien und wurde für ihre Performance und Installation Ten Agents of Deterioration (2026) mit dem Kunsthalle Wien Preis ausgezeichnet. Geleitet von der These „Form follows conditions“ versteht die Arbeit Form nicht als feststehend, sondern als etwas, das bedingt wird durch die klimatischen, körperlichen, technischen, ökonomischen und institutionellen Bedingungen ihrer Produktion. In der Arbeit messen die Performer_innen kontinuierlich Luftfeuchtigkeit und Temperatur mithilfe analoger und digitaler Ablesegeräte sowie anhand ihrer eigenen körperlichen Wahrnehmung. Diese Messungen dienen als Grundlage für choreografierte Bewegungen, die aus dem Cheerleading-Hintergrund der Künstlerin stammen. Besucher_innen, Wetter, Zeit, Materialien und die Bedürfnisse der Performer_innen selbst bestimmen dabei fortwährend die Gestaltung der Arbeit. Im Raum verteilte Texte vermitteln einen Einblick in die Produktionsbedingungen – persönliche, wirtschaftliche, institutionelle und emotionale – sowie in die Infrastrukturen, die das Werk erst möglich machen.

Valentino Skarwan studierte Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien und wurde für die Performance und Installation There is nothing new under the sun, but there are new suns (2026) mit dem Kunsthalle Wien Preis ausgezeichnet. Das Werk rekonstruiert architektonische Fragmente einer abgerissenen Tankstelle in Guatemala, die Skarwan anhand eines Fotos nachgebildet hat.

Skulpturale Elemente erinnern an Benzinschläuche und Kanister, während eine Aufnahme der hallenden Umgebungsgeräusche die Ausstellungsarchitektur ergänzt, die zugleich als Kulisse für die Performance dient. Die Installation entfaltet sich als Gesamtkunstwerk und untersucht stillgelegte Infrastrukturen und deren anhaltende Rolle bei der Gestaltung des Alltags. Skarwan befasst sich mit den oft verborgenen Systemen, die sowohl menschliches als auch nicht-menschliches Leben stützen, und reflektiert gleichzeitig darüber, wie Wissen, Objekte und Geschichten durch Zirkulation, Zusammenarbeit und wiederholte Begegnungen fortbestehen.

Biografien
Lotti Brockmann (geb. 1995, Cuxhaven, Deutschland) studierte Kunst und Raum | Raumstrategien und Skulptur an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie hatte bereits Ausstellungen im Austrian Cultural Forum, London (2026); das weisse haus, Wien; Burg Galerie im Volkspark, Halle (Saale); Austrian Cultural Forum, Prag; Kunsthalle Wilhelmshaven (alle 2025); Austrian Cultural Forum, Budapest (2024) und Kunsthalle Exnergasse, Wien (2022). Brockmann lebt und arbeitet in Wien.

Valentino Skarwan (geb. 1998, Wien, Österreich) studierte Malerei und Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst Wien. Skarwans Werke und Performances wurden u.a. an folgenden Orten gezeigt: QWien; Tanzhaus Düsseldorf (beide 2026); Steirischer Herbst, Graz; Museum of Modern Art, Warschau; Neuer Kunstverein Wien; Künstlerhaus, Wien (alle 2024); Belvedere 21, Wien (2023); WUK, Wien (2022) und mumok, Wien (2021). Skarwan lebt und arbeitet in Wien und Guatemala-Stadt.

Die Ausstellung der beiden Preisträger:innen wird am 2. Dezember 2026 in der Kunsthalle Wien Karlsplatz eröffnet.

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Abbildung: 
Valentino Skarwan (l.) und Lotti Brockmann (r.)
Foto: Kunsthalle Wien

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