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art: badgastein: Kunst-Kauf-Erlebnis

„Wie können wir den Kauf von Kunst zu einem unvergesslichen, positiven Erlebnis machen?“, schrieb unlängst Tim Schneider in seinem Blog „The Gray Market“ den er regelmäßig auf Substack veröffentlicht. Längst reicht es nicht mehr eine Galerie oder eine Messehalle aufzusperren, damit die Kunstbegeisterten herbeiströmen und kaufen. Gerade jüngere Sammler:innen erwarten sich besonders von Kunstmessen einen Mix aus Kunst und Events, die eine besondere persönliche Erfahrung möglich machen.

Andrea von Goetz, die Initiatorin der sommer.frische.kunst in Bad Gastein hat den Zug der Zeit schon vor einigen Jahren erkannt und die art: badgastein im Hotel Astoria etabliert, wo sich der Charme eines alten Kurhotels mit zeitgenössischer Kunst und der Bergkulisse Bad Gasteins verbindet.

13 Galerien sind dieses Jahr dem Ruf ins Gasteinertal gefolgt. Darunter sind „alte“ Bekannte wie Carolyn Heinz aus Hamburg, Nanna Preußners und Knust Kunz aus München, sowie Zeller van Almsick (Wien), die schon seit der ersten art: badgastein dabei sind. Bei Kai Erdmann, der nach seiner Erstteilnahme im Jahr 2024 wieder zurückgekehrt ist, fügen sich die Arbeiten von Konrad Hanke perfekt in das morbide Flair des etwas heruntergekommenen Hotelzimmers ein, das die Galerie bezogen hat. Prints mit vom Künstler gefertigtem Rahmen gibt es ab 1.500 Euro, dreidimensionale Arbeiten kosten zwischen 2.100 und 3.000 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer). Lucia Kaufmann, die ihre Galerie erst 2023 in Hamburg eröffnet hat, konzentriert sich auf die Entwicklung junger Positionen. Sie zeigt u.a. acrylbemalte Mdf-Cuts der 1996 in Plovdiv, Bulgarien geborenen Ana Kostova, die es schon ab 1.000 Euro zu kaufen gibt. Die zweite Position in ihrem Hotelzimmer-Messestand bilden die Leinwandarbeiten des ebenfalls 1996 in Tübingen geborenen Hendrik Jaich (900 bis 3.500 Euro). Tom Reichstein aus Hamburg - zum ersten Mal in Bad Gastein -  hat die zarten Porzellan- und Glasarbeiten von Hannah Bohnen mitgebracht (700 bis 1.600 Euro), die Wiener Galerie Ernst Hilger zeigt u.a. die Readymade-Arbeiten aus Plastiksackerln (Plastiktüten) von Driton Selmani, sowie Papierarbeiten von Eva Jurková (1.200 bis 4.500 Euro). Das wahrscheinlich teuerste Werk der Messe steht bei Anna Jill Lüpertz auf einer Kommode an die Wand gelehnt: Jörg Immendorfs kleinformatige Leinwand mit dem Schriftzug „WIR!“ soll um 45.000 Euro eine:n neue Besitzer:in finden. Bei Zeller von Almsick finden sich u.a. Gemälde von Carsten Fock, der in den vergangenen drei Wochen auf Residency im Kraftwerk am Wasserfall war und dort neue Arbeiten produzieren konnte.

Neben den Galeriepräsentationen wurden neun Künstler:innen ausgewählt, die ebenfalls jeweils eines der Hotelzimmer bespielen. Patrick Timm hat auf seinen Präsentationsraum verzichtet und dafür eine große Installation aus Schnüren über drei Stockwerke der Fassade des Hotel Astoria gespannt. Zum allgegenwärtigen Thema Wasser in Bad Gastein zeigt Betty Böhm eine Videoinstallation aus diversen Fundstücken und dem Gasteiner Wasserfall. Ebenfalls ortsspezifisch hat Björn Heyn gearbeitet. Er war im Mai Teil der Culterim-Stipendien in Bad Gastein und hat dabei u.a. Teile eines alten Parkettbodens, Fliesen aus einer öffentlichen Quelle und Toastbrot zu Bildwerken verarbeitet.

Die Kombination aus zeitgenössischer Kunst und dem Ort in den Bergen, der immer noch das Flair des einst mondänen Kurortes atmet und gerade dabei ist mit neuen Projekten den Tourismus zu beleben, bietet jedenfalls alle Voraussetzungen, die Auseinandersetzung mit und den Kauf von Kunst zu einem Erlebnis zu machen, an das man sich gerne erinnert.

Mehr Texte von Werner Remm

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art: badgastein
03 - 12.07.2026

Hotel Astoria
5640 Bad Gastein, Kaiserhofstraße 10
https://www.artbadgastein.com/galleries
Öffnungszeiten: Mo-Fr 16-19, Sa, 14-19, So 14-18 h


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