Nives Widauer - If The River Is Dreaming ...: Wovon träumt der Fluss?
In den aktuellen Nachrichten sind Flüsse dieser Tage oftmals Thema. Aufgrund der geringen Niederschläge in den vergangenen Wochen sind die Pegelstände selbst großer Ströme wie der Donau und des Rhein so niedrig, dass der Schiffsverkehr nur noch eingeschränkt möglich ist und die Stromproduktion durch Laufkraftwerke und anliegender Atomreaktoren gedrosselt werden muss.
Ein solches Szenario hatte Nives Widauer wohl nicht im Kopf, als sie ihre Serie der Flussläufer konzipierte. Wie auch in weiteren Arbeiten der Ausstellung legt Widauer dieser Arbeit gefundenes und gesammeltes Kartenmaterial zugrunde. In Kombination mit textilen Elementen werden die dargestellten Wasserwege so zu Vorlagen für Teppichläufer, die ein Begehen, ein körperliches Nachspüren der komplexen Netzwerke großer Flusssysteme ermöglichen können.
Ähnlich angelegt ist die neue Arbeit „If The River Is Dreaming, Is It remembering The Future Or Is It Thinking Of The Past“, die sich auf die vielfältigen Informationsebenen bezieht, die sich aus Flussläufen in Geschichte und Ökologie herauslesen lassen. „Undercover“ imaginiert anhand einer Panoramakarte des Gasteinertals alternative Welten und Kommunikationswege, die seit jeher ohne den Einfluss menschlichen Handelns existieren und weiter existieren werden.
Direkter auf den Einfluss der menschlichen Existenz auf die Umwelt geht Nives Widauer in ihrer 11-teiligen Arbeit „Level“ ein. Vor dem Hintergrund alten Kartenmaterials zu Klima, Wind- und Meeresströmungen hinterfragt sie die Verantwortung jedes und jeder Einzelnen im Umgang mit Natur und ihrer Veränderung.
Kommunikation ist die Grundlage unserer vernetzten Zivilisation, wird jedoch mit den negativen Auswirkungen des Einsatzes der sogenannten Sozialen Medien und den aktuellen Ausformungen künstlicher Intelligenz zunehmend zum Problem für die positive Weiterentwicklung der Menschheit im Einklang mit der Natur und ihrer Ressourcen. Nives Widauer erinnert vor dem Hintergrund des Themas Wasser der diesjährigen Sommer.Frische.Kunst. daran, dass ein respektvoller Austausch von Informationen zum Wohl des Gesamtsystems deutlich mehr beiträgt als das Krakehle der Influencer:innen und Fake-News-Schleudern.
Mehr Texte von Werner Remm 03.07. - 30.08.2026
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