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Hinterzimmerästhetik

Mitte Juni soll der A24-Horrorfilm „Backrooms“ in die Kinos kommen. Das ganze Konzept des Filmes bezieht sich auf das Internetphänomen der Backrooms, das ungefähr 2019 seine Anfänge gefunden hat – oder vielleicht doch schon Mitte der Achtziger mit Gregor Schneiders Haus u r?

Die Backrooms basieren auf dem Konzept der Liminalität, also Zwischenzuständen. Gerade auf Räumlichkeiten bezogen sind das oft Orte wie Flure oder Wartezimmer, es kann sich aber auch auf andere Zwischen- oder Trasitionszustände wie die Pubertät beziehen. Oder das Sterben, was auch eine wichtige Thematik Gregor Schneiders Arbeit ist.
Das Foto eines Menschen- und Möbelleeren Raumkomplexes mit vergilbten Wänden und liebloser Neonröhrenbeleuchtung wurde 2019 im Chatforum 4chan gepostet und vom Internet mit einer seltsamen Mischung aus Klaustrophobie und Nostalgie aufgenommen. Dieses Phänomen und alle Theorien- und Konnotationen dazu wurden dann zum Konzept der Backrooms, einer schier endlosen Reihe an scheinbar alltäglichen Räumen wie dem Ursprungsbild, aber zum Beispiel auch Supermärkten oder Schwimmbädern. Die Bilder dazu kommen einem immer ein wenig unwirklich vor, oder vielleicht eher unheimlich. Mittlerweile wurden diese „liminal spaces“ und was sie in uns auslösen vielfach für Videospiele, Texte und jetzt auch einen Kinofilm verwendet, mit Credits an die Backrooms – aber irgendwie war Gregor Schneider mit genau dieser Idee schon ein bisschen früher dran. Die Vorstellung von Horror im Alltäglichen, im Repitetiven und dadurch Traumähnlichen ist genau das, was er schon vor Jahrzehnten gemacht hat. Klar wurde die Vorstellung für das Kino ein wenig mit irgendwelchen außermenschlichen Entitäten aufgemotzt, aber das wäre meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen und nimmt auch ein bisschen von der eigentlichen, schlichten und dadurch umso gruseligeren Vorbild. Der Film hat am Ende wahrscheinlich nicht mehr so viel mit Gregor Schneider zu tun, obwohl man bei A24 zumindest meistens auf gute Qualität hoffen kann. Das Konzept selber kommt mir aber schon unheimlich vor – unheimlich bekannt.

⤇ Mehr zu Gregor Schneider finden Sie hier

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Abbildung: Backroom Model by Huuxloc; CC BY 4.0

Mehr Texte von Veronika Metzger

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