Digitaler Buddhismus
Das Festival Vienna Digital Cultures blickt dieses Jahr etwas hoffnungsvoller in unser aller digitaler Zukunft. Das Eröffnungsvideo von Dane Sutherland im vergangenen Jahr war in einem dystopischen Setting angesiedelt. Dieses Jahr bringen die Videos von Lu Yang eine ordentliche Portion digitalen Buddhismus nach Wien. Zentrales Thema bilden Fragen nach Zusammengehörigkeit in einem großteils digital geprägten Umfeld, die am Wochenende vom 22. bis 24. Mai unter dem Motto Alone or Together? verhandelt werden.
Der Beginn jedoch noch deutlich in der Realität der nicht enden wollenden kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit. Das Festival startet heute Abend mit einer live Performance in der Ton- und Lichtinstallation des österreichischen Künstlers Peter Kutin in der Panzerhalle des Heeresgeschichtlichen Museums. Auch das Foto Arsenal Wien gibt sich zum Festivalbeginn ganz militärisch, denn zwei Außenwände sind mit Tarnnetzen verkleidet. Der deutsche Künstler Fabian Knecht war früh nach dem Beginn des Überfallskriegs Russlands in der Ukraine und hat dort erlebt, wie Menschen zusammenkamen um gemeinsam Tarnnetze für die ukrainischen Truppen aus Stofffetzen und einfachen Netzen herzustellen und um gleichzeitig in den dabei geführten Gesprächen, das kollektive Kriegstrauma zu bewältigen. Fabian Knecht hat einzelne Netze aus der Ukraine in Installationen in Galerien und Museen verarbeitet. Teile der Einnahmen aus Galerieverkäufen wurden dazu verwendet um professionelle, militärische Tarnnetze einzukaufen und dem ukrainischen Militär zur Verfügung zu stellen.
Von der doch beklemmenden Atmosphäre der Panzer und Tarnnetze geht es ins Foto Arsenal Wien, zur Videotrilogie The Doku Trilogy von Lu Yang, in ein vom Buddhismus und Meditation geprägtes, aber mit Mitteln digitaler Kreation vermitteltes Weltbild. Der/die chinesische, in Tokyo lebende Künstler:in kreiert dabei eine immersive Erzählung rund um DOKU, einen digitalen Avatar. Mit Anleihen aus der Game-Kultur und popkulturellen Referenzen entsteht dabei eine Bilderflut, die bewusst überfordert, gleichzeitig aber die Momente tiefer Meditation ahnen lässt, in denen Lu Yangs visuelle Gestaltung wurzelt.
Zusätzlich zu den drei künstlerischen Interventionen bringt das Festival an drei Tagen ein dichtes Programm mit Vorträgen, Talks, Diskussionen und Workshops.
Das gesamte Programm gibt es unter ⤇ viennadigitalcultures.at
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